Fokussierung bei Gigaset: Vorstand stellt Drei-Punkte-Plan vor

Nach rund acht Wochen im Amt haben der neue Vorstandsvorsitzende der Gigaset AG Klaus Weßing sowie der ebenfalls kurz vor Weihnachten neu berufene Finanzvorstand Hans-Henning Doerr die erste Phase der systematischen Analyse und Unternehmensplanung abgeschlossen. Nun legt das neue Führungsteam mit einem Drei-Punkte-Plan die Eckpfeiler der künftigen Ausrichtung des Kommunikationstechnologiespezialisten fest.

„Wir wollen Gigaset eine klare Perspektive geben“, sagt Klaus Weßing, CEO der Gigaset AG. „Wir kennen die Herausforderungen, haben aber in den letzten Wochen vieles identifiziert, auf das wir aufbauen können. Unser Drei-Punkte-Plan fasst die Maßnahmen zusammen, mit denen Gigaset langfristig wieder gesund wachsen wird.“

Das Unternehmen setzt dabei auf

  1. (1) die Stärkung des Kerngeschäfts,
  2. (2) die Anpassung der Produktions- und Verwaltungskapazitäten sowie
  3. (3) die Erhöhung der Transparenz.

Stärkung des Kerngeschäfts

Gigaset wird seine drei Geschäftssegmente Privatkunden, Geschäftskunden und Home Networks gezielt stärken und so das Kerngeschäft weiterentwickeln. Entsprechende Wachstumshebel, auf die sich Gigaset fokussieren wird, wurden in allen Segmenten identifiziert.

Dazu zählt im Privatkundensegment die neue Gigaset GO-Serie, die vom Technologiewechsel zu IP-basierter Telefonie profitiert, sowie die ebenfalls neue Gigaset HX-Serie, die eine Premiumalternative im wachsenden Mobilteilmarkt für Router bietet und über die zukünftig Marktanteile gewonnen werden sollen.

Im Segment Geschäftskunden setzt Gigaset ebenfalls auf die IP-Technologie und den Erfolg des Premium-Businesstelefons Maxwell 10. Eine Erweiterung der Maxwell-Produktlinie sowie ein breiteres Angebot an Telekommunikationsanlagen für Unternehmen sollen dazu beitragen, das zuletzt bereits zweistellige Umsatzwachstum weiter zu beschleunigen.

Im Segment Home Networks soll Kundenwachstum vor allem durch eine intensivierte und fokussierte Vermarktungsstrategie erfolgen. Home Networks bietet individuell und bequem gestaltbare Sicherheitslösungen für zuhause. Neben den qualitativ hochwertigen Sensoren, Kameras, und Sirenen von Gigaset lassen sich mit den Lösungen auch Dritt-Geräte und Lampen über das Smartphone steuern – auch von unterwegs.

Anpassung der Produktions- und Verwaltungskapazitäten

Klaus Weßing, der neue CEO der Gigaset AG

Klaus Weßing, CEO

Der neue Vorstand der Gigaset wird die Verwaltung des Unternehmens vereinfachen, überholte, administrative Strukturen abbauen, die Forschungsaufwände neu strukturieren und die Produktionskapazitäten an die Bedürfnisse des Marktes anpassen. „Gigaset GO und Gigaset HX belegen, dass unsere Produkte technologisch state-of-the-art sind. Mit fokussierten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden wir unsere Technologie- und Qualitätsführerschaft zukünftig noch ausbauen und so Wachstum schaffen“, führt CEO Klaus Weßing aus. Darüber hinaus spricht der Vorstand der Gigaset mit den Arbeitnehmervertretern über die konkrete Umsetzung der im Dezember 2015 angekündigten Restrukturierungsmaßnahmen. „Gemeinsam arbeiten wir intensiv daran eine sozialverträgliche Lösung zu finden. Allen ist die Notwendigkeit dieser Maßnahmen bewusst“, erläutert CEO Klaus Weßing weiter.

Erhöhung der Transparenz

Hans-Henning Doerr, der neue CFO der Gigaset AG

Hans-Henning Doerr, CFO

Gegenüber Aktionären, Analysten, Journalisten und Mitarbeitern gilt es zukünftig die Perspektiven des Unternehmens klar und transparent darzustellen. „Ich habe bereits zu meinem Antritt bei der Gigaset erklärt, dass ich für mehr Transparenz im Unternehmen sorgen werde. Transparenz schafft Vertrauen – Vertrauen, dass wir seitens Investoren, Kunden und Mitarbeitern benötigen. Wir werden zukünftig klar aufzeigen, wie unser Geschäftsmodell funktioniert, wo unsere Risiken und natürlich unsere Chancen liegen“, sagt CFO Hans-Henning Doerr.

Für das Geschäftsjahr 2015 rechnet die Gigaset AG, nach einem guten vierten Quartal und einem konsolidierten Umsatz von voraussichtlich 305 Millionen Euro, mit einem positiven operativen Ergebnis vor Abschreibungen, Sondereffekten und Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 10 bis 13 Millionen Euro. Bedingt durch die zu bildenden Restrukturierungsrückstellung sowie einer Neubewertung der im Q3-Bericht 2015 noch verbuchten Veräußerung der Marken- und Domainrechte wird ein negatives Jahresergebnis vor Steuern im niedrigen zweistelligen Millionenbereich erwartet. Der Liquiditätsbestand des Unternehmens liegt am Abschlussstichtag bei rund 41,0 Millionen Euro.

Die Goldin Brand Ltd. hat ihre Rechte aus dem 2015 geschlossenen Vertrag zum Erwerb von Marken und Domains noch nicht ausgeübt und den Kaufpreis bislang nicht bezahlt. Die Markenrechte und Domains stehen bis zur Kaufpreiszahlung im Eigentum der Gigaset Communications GmbH, einer 100%igen Tochtergesellschaft der Gigaset AG. Da die Kaufgegenstände noch nicht an die Käuferin übertragen wurden, zeigt Gigaset für das Geschäftsjahr 2015 keinen Ertrag aus der Markentransaktion. Die Gigaset Gruppe behält allerdings auch nach einem möglichen Übertrag das Recht zur unbegrenzten Nutzung der Marke in ihrem Kerngeschäft Telefonie und Smart Home.

Das neu etablierte Smartphone-Geschäft wird von der Gigaset Mobile vorangetrieben, an der die Gigaset AG mittelbar eine 15-prozentige Beteiligung hält. CEO Klaus Weßing erklärt dazu: „Das Gigaset ME ist ein von der Fachpresse gelobtes und wettbewerbsfähiges Smartphone, das in punkto Qualität und Technologie den hohen Ansprüchen der bekannten Gigaset-Produkte entspricht. Wir sehen für unsere Beteiligungsgesellschaft Gigaset Mobile weiterhin großes Wachstumspotenzial, wenn Produktion und Vermarktung Fahrt aufnehmen. Daran arbeiten wir gemeinsam mit unserem chinesischen Joint-Venture-Partner und Mehrheitseigentümer der Gigaset Mobile, der Goldin Fund Pte. Ltd.“ Finanzvorstand Hans-Henning Doerr ergänzt: „Potentielle Erträge aus der Gigaset Mobile oder aus dem Verkauf der Marke Gigaset an die Goldin Brand Ltd. sind derzeit nicht Teil unserer Planungen.“ Aktuell und bis auf weiteres zahlt die Gigaset Mobile eine Lizenzgebühr in Höhe von drei Prozent des Umsatzes pro verkauftem Smartphone.

Ziel des Vorstands ist es, den Drei-Punkte-Plan bis zur Vorstellung der Jahresergebnisse weiter zu konkretisieren. CEO Klaus Weßing: „Wir haben viel Arbeit vor uns. Gute Gespräche, erste Teilerfolge, eine schlüssige Planung und ein gutes operatives Ergebnis stimmen uns jedoch sehr zuversichtlich, gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unsere Ziele zu erreichen.“

Die Gigaset AG wird ihren testierten Jahresbericht für das Geschäftsjahr 2015 am 15. April 2016 vorlegen.

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Über Raphael Dörr

Raphael Dörr ist Head of Corporate Communications & Investor Relations (SVP) sowie Head of Sponsoring der Gigaset AG. Er zeichnet sich leitend verantwortlich für die weltweiten kommunikativen Belange des Unternehmens sowie den Beziehungen zu Aktionären, Analysten und Investoren der Gigaset AG. In dieser Funktion nimmt er zeitgleich die Rolle des Unternehmenssprechers wahr. Ihm unterstehen weiterhin die Bereiche Digital und Social Media der Gigaset AG und ihrer Tochtergesellschaften. Seit Januar 2017 leitet er zudem das Sponsoring und verantwortet hier die Partnerschaft mit dem FC Bayern München sowie Ascot und Royal Ascot.
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