Geschäftszahlen 2015: Herausforderndes Kerngeschäft, Verbesserung in neuen Geschäftsfeldern

  • Konzernumsatz mit EUR 305,3 Mio. (Vj. EUR 326,1) um 6,4% gesunken
  • Neue Geschäftsfelder Business Customers (+23,9%) und Home Networks (+ 12,1%) in 2015 weiter gewachsen
  • Ergebnis des Kerngeschäfts vor planmäßigen Abschreibungen mit EUR 10,6 Mio. (Vj. EUR 11,8 Mio.) leicht unter Vorjahresniveau
  • Konzernjahresfehlbetrag bei EUR minus 22,0 Mio. (Vj. EUR minus 16,6 Mio.) insbesondere belastet durch Restrukturierungsprogramm (EUR minus 19,5 Mio.)
  • Free Cashflow auf EUR minus 9,7 Mio. (Vj. EUR minus 12,1 Mio.) verbessert
  • Konzern weiter frei von Bankverbindlichkeiten

Gigaset hat im Geschäftsjahr 2015 in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld insgesamt Umsatzerlöse in Höhe von EUR 305,3 Mio. (Vj. EUR 326,1 Mio.) erwirtschaftet. Der erfolgreiche Ausbau des Geschäftskundenbereichs Business Customers trug weiter Früchte. Im Geschäftsjahr 2015 konnten die Umsätze mit Telefonanlagen und Business Telefonen aus der Produktlinie Gigaset pro ein Umsatzwachstum von 23,9 % auf nunmehr EUR 46,6 Mio. verzeichnen. Auch die Umsätze im Bereich Home Networks konnten um 12,1 % gesteigert werden.

„Die Umsatzsteigerungen bei Gigaset pro und Gigaset elements stimmen uns positiv. Wir erwarten für 2016, dass beide Bereiche diesen Trend fortsetzen, ja sogar beschleunigen werden. Zusammen mit den in diesem Jahr bereits eingeleiteten Maßnahmen und identifizierten Themenfeldern auf denen wir aufbauen werden, wollen wir mittelfristig auch unter dem Strich wieder profitabel wirtschaften und in die Gewinnzone zurückkehren“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Gigaset AG, Klaus Weßing.

Während sich das Ergebnis des Kerngeschäfts vor planmäßigen Abschreibungen zum Jahresende mit EUR 10,6 Mio. (Vj. EUR 11,8 Mio.) um EUR 1,2 Mio. leicht unterhalb des Vorjahresniveau bewegt, ist der Konzernjahresfehlbetrag – insbesondere durch einmalige Sondereffekte für das Restrukturierungsprogramm in Höhe von EUR 19,5 Mio. – belastet. Absolut betrachtet liegt der Fehlbetrag jedoch mit EUR minus 22,0 Mio. vergleichsweise nur um EUR 5,4 Mio. niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Unter Berücksichtigung des Beteiligungsergebnisses an der Gigaset Mobile in Höhe von EUR 0,0 Mio. (Vj. EUR 1,0 Mio.) resultiert ein Betriebsergebnis in Höhe von EUR minus 16,3 Mio. (Vj. EUR minus 10,5 Mio.). In Verbindung mit dem Finanzergebnis in Höhe von EUR minus 3,3 Mio. (Vj. EUR minus 2,3 Mio.) ergibt sich ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von EUR minus 19,5 Mio. (Vj. EUR minus 12,8 Mio.). Der Konzernjahresfehlbetrag beläuft sich für das Geschäftsjahr 2015 auf EUR minus 22,0 Mio. (Vj. EUR minus 16,6 Mio.).

Bilanzsumme bei EUR 221,1 Mio.
Die Bilanzsumme des Konzerns betrug zum 31. Dezember 2015 EUR 221,1 Mio. und ist damit im Vergleich zum Vorjahr um ca. 12,0 % rückläufig. Dabei sind die langfristigen Rückstellungen insbesondere aufgrund der Zuführung zur Restrukturierungsrückstellung gestiegen. Gegenläufig wirken sich die geringeren Altersteilzeit- und Gewährleistungs-verpflichtungen aus. Der Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen resultiert im Wesentlichen aus der vorfälligen Bezahlung von Rechnungen unter Ausnutzung von Skonto.

Free Cashflow im Vergleich zum Vorjahr um knapp 20% verbessert
Der Free Cashflow ist insgesamt negativ, hat sich aber im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 19,8 % verbessert. Dabei ist der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit aufgrund der vorfälligen Bezahlung von Rechnungen (Skontonutzung) gesunken. Der Rückgang des Cashflows aus Investitionstätigkeit um EUR 17,7 Mio. resultiert im Wesentlichen aus dem Abgang von Zahlungsmittel in Höhe von EUR 18,0 Mio. im Rahmen der Übergangskonsolidierung der Anteile an der Gigaset Mobile Pte. Ltd im Vorjahr.

Konstant hohes Investitionsniveau
Die Investitionen in die Entwicklung neuer Produkte und Lösungen ist nach wie vor auf einem hohen Niveau, was sich in den gestiegenen aktivierten Eigenleistungen und dem 12,2-prozentigem Anstieg bei Investitionen des immateriellen Anlagevermögens widerspiegelt. Der Free Cashflow in Höhe von EUR -9,7 Mio. (Vj. EUR -12,1 Mio.) spiegelt damit die weiterhin hohen Investitionen in neue Produkte, Produktfelder und Lösungen wider. Der Konzern war auch in 2015 frei von Bankverbindlichkeiten und verfügt dank einer ausreichenden Liquiditätsausstattung über die Möglichkeiten in 2016 erfolgreich neue Produkte auf dem Markt zu etablieren.

Ausblick
Das Unternehmen hat in den Geschäftssegmenten Consumer Products, Business Customers und Home Networks sowie darüber hinaus neue Projekte und Produktlösungen identifiziert, auf die der Konzern zukünftig fokussieren wird, um das Geschäft zurück zu stabiler Profitabilität und Wachstum zu führen. Gemäß des zum Jahresanfang kommunizierten Drei-Punkte-Plans wird Gigaset darüber hinaus weiter daran arbeiten Kernkompetenzen zu stärken, Synergien im Vertrieb zu schaffen und über alle Bereiche die Effizienz weiter zu erhöhen.

„Der Unternehmensumbau ist ein wichtiger Baustein in unserem Vorhaben das Unternehmen zu nachhaltigem Wachstum zurückzuführen“, sagt Hans-Henning Doerr, CFO der Gigaset AG. „Zwar ist das Ergebnis des letzten Geschäftsjahres durch die entsprechenden Rückstellungen belastet, aber diese Investition wird bereits in 2016 einen positiven Effekt auf das Ergebnis des Unternehmens haben. Ab 2018 wird es uns sogar möglich sein einen zweistelligen Millionen Euro Betrag pro Jahr einzusparen.“

Für 2016 erwartet das Unternehmen, dass sich der Marktrückgang im Kerngeschäft leicht verlangsamen wird. Das Geschäft mit Schnurlostelefonen wird nach wie vor rückläufig bleiben. Entsprechend investiert Gigaset weiter in den Aufbau neuer, zukunftsträchtiger Geschäftsfelder und Produktgruppen. Diese werden zusätzliche Umsatzbeiträge liefern. Es wird weiterhin erwartet, dass der marktbedingte Rückgang bei Schnurlostelefonen in 2016 nicht vollständig durch diese kompensiert werden kann. Gigaset erwartet für das laufende Geschäftsjahr in den Geschäftsfeldern Consumer Products, Business Customers und Home Networks:

  • Einen rückläufigen Umsatz im fortzuführenden Geschäft im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich.
  • Ein erneut positives EBITDA in Höhe eines hohen einstelligen bis unteren zweistelligen Millionenbetrags. Trotz der verminderten Umsätze, der erforderlichen Investitionen in den Aufbau neuer Geschäftsfelder und in den Umbau der Gesellschaft wird das EBITDA voraussichtlich jedoch leicht über dem Ergebnis des Vorjahres liegen. Die EBITDA-Marge wird im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich erwartet.
  • Einen aufgrund der erheblichen Investitionen in die neuen Geschäftsfelder negativen Free Cashflow in der Höhe eines mittleren einstelligen Millionenbetrags.
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Über Raphael Dörr

Raphael Dörr ist Head of Corporate Communications & Investor Relations (SVP) sowie Head of Sponsoring der Gigaset AG. Er zeichnet sich leitend verantwortlich für die weltweiten kommunikativen Belange des Unternehmens sowie den Beziehungen zu Aktionären, Analysten und Investoren der Gigaset AG. In dieser Funktion nimmt er zeitgleich die Rolle des Unternehmenssprechers wahr. Ihm unterstehen weiterhin die Bereiche Digital und Social Media der Gigaset AG und ihrer Tochtergesellschaften. Seit Januar 2017 leitet er zudem das Sponsoring und verantwortet hier die Partnerschaft mit dem FC Bayern München sowie Ascot und Royal Ascot.
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