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Was bedeutet eigentlich DECT?

3. Januar 2019 Veröffentlicht von Raphael Doerr

DECT ist die Abkürzung für Digital Enhanced Cordless Telecommunications (auf Deutsch “verbesserte digitale Schnurlos-Kommunikation”) und ist ein Funkstandard, welcher besonders häufig bei Festnetztelefonen eingesetzt wird. Mit der Einführung des Funkstandards erhielt die schnurlose Kommunikation einen großen Vorteil. Gigaset hat die DECT-Technologie maßgeblich mitentwickelt und über die Jahre geprägt.

Die Vorteile

  • Hohe Reichweite (Innenbereich bis zu 40m, Außenbereich bis zu 300m)
  • Hohe Abhörsicherheit
  • Sehr energiesparend
  • Eigener, vom WLAN unabhängiger Frequenzbereich
  • Bessere Tonqualität als vorhergehende Standards
  • Vielseitiger Einsatz
  • Gleichzeitige Nutzung mehrerer Mobilteile möglich
  • Kostenlose interne Gespräche
  • Mobilteile sind an mehreren Basisstationen nutzbar
  • Herstellerunabhängige Nutzung von Mobilteilen an den Basisstationen
  • Automatischer Wechsel der Basisstation (Handover)

Wie funktioniert es?

Nachdem nun klar ist, was DECT ist und welche Vorteile es mit sich bringt, geht es jetzt darum, wie diese Technologie funktioniert. Ein DECT System beinhaltet immer zwei Komponenten, welche ständig im Austausch sind. Zum einen ist dies eine Basisstation oder auch Fixed Part genannt und zum anderen mindestens ein Mobilteil bzw. Portable Part. Die Basisstation bildet die Brücke zwischen dem Telefon- und Internetanschluss und den Mobilteilen. Dies kann einfach eine DECT Basisstation mit oder ohne Anrufbeantworter oder auch ein DSL Router mit DECT Funktion sein.

Es ist ebenfalls möglich mehrere Basisstationen zu einem Netz zusammenzuschließen. Dies wird oft für die Telefonabdeckung bei größerem Gelände verwendet. Ein reibungsloser Übergang wird hier durch Ein- und Mehrzellensysteme ermöglicht. Das Mobilteil ist das Pendant zur Basisstation. Es ist in der Regel das schnurlose Handtelefon, welches sich mit der Basisstation verbindet. Ein Mobilteil kann aber auch ein Headset, Mobiltelefon oder Smart Home Sensor sein.

Gigaset_DECT_Verbindung

So arbeitet ein DECT System

Die Basisstation sendet ununterbrochen ein sogenanntes Beacon Signal. Dieses kann von einem in der Nähe befindlichen Mobilteil empfangen werden. Das Signal zeigt dem Mobilteil die nötigen Informationen an, um sich zu verbinden und über diese Basisstation Daten zu senden. Ist eine Synchronisierung zwischen Basisstation und Mobilteil erfolgt, kann schnurlos telefoniert werden. Bei einem Telefonat wird der Beacon Kanal mit der besten Verbindung für andere Mobilteile blockiert.

Bei der Übertragung der Daten vom Mobilteil zur Basisstation entsteht durchschnittlich eine Verzögerung von 10ms, was in der Praxis deutlich besser ist als eine Übertragung im WLAN oder per Bluetooth. Zu Beginn der DECT-Telefonie war es dabei nur möglich, zwischen Geräten (Telefon und Basisstation) eines Herstellers zu kommunizieren. Dies änderte sich erst 1994 mit der Einführung des Generic Acces Profile (GAP).

Was ist GAP bzw. ein GAP-Telefon?

Jedes aktuell erhältliche DECT Gerät muss gleichzeitig GAP-fähig sein. Es handelt sich hierbei um einen Standard, welcher ermöglicht, dass DECT Geräte unterschiedlicher Hersteller untereinander kommunizieren können. GAP erlaubt es, dass z.B. ein Mobilteil von Gigaset problemlos mit einer DECT FRITZ!Box als Basisstation zusammenarbeitet. Dies führt dazu, dass Geräte genau auf die Bedürfnisse des Verwenders abgestimmt werden können. Jedoch ist zu beachten, dass lediglich die Telefon-Grundfunktionen mit dem GAP Standard abdeckt werden. Es kann also unter Umständen vorkommen, dass ein Mobilteil eines anderen Herstellers nicht alle beschriebenen Funktionen auch genauso ausführt.

Gigaset_GAP_Verbindung

Wie sicher ist DECT?

Keiner möchte, dass seine privaten Gespräche mitgehört werden. 2009 wurde von einer Gruppe aus Technikern der Technischen Universität Darmstadt offengelegt, wie DECT Gespräche abgehört werden können. Dies hatte sehr ernst betriebene Sicherheitsupdates der Hersteller nach sich gezogen. Die Sicherheitsmaßnahmen in der Form, dass sich jedes Mobilteil bei der Basisstation mit einem geheimen Schlüssel anmelden muss, reichten nicht mehr aus.

Standardmäßig ist eine 64-Bit Verschlüsselung bei DECT Geräten üblich. Einige Hersteller verwenden auch höhere Verschlüsselungsraten. Wichtig zu wissen ist, dass bei der Verwendung eines DECT Repeaters die Verschlüsselung nicht mehr gegeben ist, da es sich hier streng genommen um eine Verbindung von Mobilteil zu Mobilteil handelt. Auch aktuell kümmern sich verschiedene Gruppen fortlaufend um die weitere Sicherheits-Verbesserung von Funksignalen und die Schließung möglicher Sicherheitslücken.

DECT “Strahlung”

DECT als Funkstandard verursacht wie auch WLAN-Router, Mikrowellen, Babyfone oder Handys eine gewisse Strahlung. Vorab muss man festhalten, dass bei so einem System das Mobilteil nur bei einem aktiven Telefonat ein Signal sendet. Die Basisstation kann währenddessen auch im Ruhezustand ein Signal senden um ein Mobilteil anzumelden. Das Funksignal einer DECT Anlage ist jedoch bei Weitem nicht mit dem von Mobilfunktechnologien zu vergleichen. Die spezifische Absorptionsrate (SAR) gibt an, wie stark die Strahlungsleistung eines Gerätes ist. Hier darf die maximale Belastung von 2 W/kg nicht überschritten werden. Durchschnittlich bleiben DECT Geräte mit 0,05-0,1 W/kg deutlich unter diesem Wert. Dennoch gibt es Möglichkeiten, diese nochmals zu reduzieren und zwar durch ECO DECT und ECO DECT Plus.

ECO DECT und ECO Plus

ECO DECT ist eine umweltfreundliche Technologie, die den Stromverbrauch senkt und eine variable Reduzierung der Sendeleistung bietet. Mit diesem Modus wird der Stromverbrauch um 60% und die Strahlung um bis zu 80% gegenüber Telefonen ohne ECO DECT reduziert. Die Strahlungsbelastung mit ECO DECT liegt nochmals weiter unter den 0,1 W/kg normaler DECT Geräte und geht somit gegen null. Hier erfahren Sie mehr über ECO DECT und ECO Plus.

Reichweite

Beim Telefonieren ist man gerne mal unterwegs. Ein Telefon hat hier natürlich auch seine Grenzen. Diese liegen durchschnittlich bei 50 Meter im Innenbereich und 300 Meter draußen. Die Reichweite ist abhängig von Materialien wie Beton, Stahl oder auch Bäumen, welche zwischen der Basisstation und dem Mobilteil vorhanden sind. Wem die Standard DECT Reichweite nicht ausreicht, kann diese mit einem DECT Repeater nochmals deutlich erhöhen. Ein leistungsfähiger DECT Repeater wie der Gigaset Repeater HX wird wie ein Mobilteil an der Basisstation angemeldet und verdoppelt damit die Reichweite ohne Einbußen von Sprachqualität oder einer Unterbrechung beim Verbinden zum Repeater.

Es hört sich verlockend an: Internet, Telefonie und jegliche Datenübertragung nur noch mit dem WLAN zu realisieren. Spätestens mit dem Einzug von VoIP bekam DECT eine starke Konkurrenz. Das Prinzip der drahtlosen Übertragung ist dabei dasselbe. Im Detail gibt es aber deutliche Unterschiede bezüglich des Einsatzes beider Technologien.

WLAN ist für die Daten-Kommunikation ausgelegt. Hier werden jeweils kleine Datenpakete versendet, bei denen es oftmals zu Unterbrechungen führen kann. Besonders bei der Sprachkommunikation ist dies aber ein entscheidender Faktor. Keiner möchte beim Telefonieren den Gesprächspartner nicht mehr vollständig verstehen oder eine geringe Sprachqualität hinnehmen. DECT hingegen ist seit Beginn auf eine Sprachkommunikation ausgelegt und priorisiert diese auch. Alle Ressourcen können in den isolierten Frequenzen für die optimale Sprachqualität genutzt werden.

Um auch die Vorteile des WLANs im DECT System nutzen zu können, wurde das bereits angesprochene CAT-iq Profil für die zusätzliche Datenkommunikation entwickelt. Ein weiterer Vorteil gegenüber WLAN ist die Reichweite. Mit „Voice over WLAN“ ist man meist sehr stark an der kurzen Leine gehalten und auch ein Wechsel zu einem anderen Zugangspunkt – ohne eine Unterbrechung beim Telefonieren – funktioniert nur mit bestimmten Access Points.

DECT Profile

Neue Profile mit deutlich weniger Stromverbrauch, schnellerem Datentransfer und einer noch besseren Sprachqualität treiben den Funkstandard voran. Aber auch die DECT Telefone entwickeln sich stetig weiter und kombinieren die moderne Telefontechnologie mit den DECT Vorteilen. Zwei dieser Profile möchten wir hier etwas genauer vorstellen.

CAT- iq
DECT ist grundlegend für die Sprachübertragung ausgerichtet. Seitdem der Siegeszug von VoIP (Internettelefonie) und die damit Datenübertragung begonnen hat, wurde es Zeit, dass auch DECT diese Features nutzen kann. „Cordless Advanced Technology – Internet and Quality“ oder kurz CAT-iq wurde also eingeführt, um neben der Sprachübertragung auch die Verwendung von Multimedia bzw. Breitbandanwendungenwie Podcast zu unterstützen. Mit diesem neuen Profil können HD-Qualität beim Telefonieren und Internetdienste wie Audio-Streaming oder Smart Home Funktionen innerhalb eines DECT Systems genutzt werden. Ermöglicht wird dies durch die Bündelung von mehreren Sprachkanälen.

CAT- iq 2.0/2.1
Auch bei CAT-iq steht die Welt nicht still. Mit dem CAT-iq 2.0 wurde die Kompatibilität zwischen den Geräten unterschiedlicher Hersteller verbessert. Es ist dabei geregelt, dass man die Basisstation von Hersteller A zusammen mit dem Mobilteil von Hersteller B verwenden kann. Das wurde zwar bereits mit dem GAP Standard eingeführt, allerdings galt dies nur für die Basisfunktionen wie Wählen und Telefonieren. Weitere Funktionen, wie z. B. Einsicht in eine Anruferliste, konnten damit nicht verwendet werden. Des Weiteren kamen mit CAT-iq 2.1 zusätzliche Sicherheitsupdates und Netzwerkfunktionen hinzu.

DECT ULE
Wie der Name es bereits erahnen lässt, geht es bei DECT ULE um eine möglichst geringe Energieauslastung. Dieses Profil wird besonders im Smart Home Bereich verwendet. Hier hat es den Vorteil gegenüber anderen Smart Home Kommunikationsprotokollen, wie zum Beispiel ZigBee oder Z-Wave, dass es seit über 25 Jahren besteht und daher die anfänglichen Probleme bereits beseitigt wurden. Es ist also ein verlässlicher und erprobter Funkstandard. Der eigene reservierte Frequenzbereich für DECT ULE macht die Kommunikation zwischen den Smart Home Geräten nahezu störungsfrei.

Gigaset_DECT_ULE

Eine Zeitreise mit Gigaset

Seit der Einführung des Funkstandards 1993 durch das Europäische Institut für Kommunikationsstandards regelt dieser Standard, wie Signale kabellos übertragen werden. Die Frequenzen in welchen DECT arbeitet sind seitdem die gleichen und liegen zwischen 1880 und 1900 MHz. Die Geburtsstunde der DECT Telefone war bereits 1992. Besonders hervorgetan hatten sich hierbei die Verkaufsschlager Gigaset 951 und 952. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der letzten 25 Jahre:

  • Gigaset 951 (1993)
    Der Beginn der digitalen Übertragungstechnik mit Gigaset.
  • Gigaset 910 (1994)
    Das erste kompakte und schnurlose DECT-Telefon für Zuhause.
  • Gigaset 1015 (1996)
    Der Anrufbeantworter wird erstmals in die DECT-Basisstation integriert.
  • Gigaset 2015 (1997)
    Das schnurlose digitale DECT-Tischtelefon ermöglicht die einfache Erweiterung von DECT-Basissystemen.
  • Gigaset C2000C pocket (1998)
    Erstes DECT-Festnetztelefon in Form und Größe eines kleinen Mobiltelefons.
  • Gigaset 3000 (1999)
    In der Comfort-Serie der 3000er-Reihe erscheinen Innovationen wie die Freisprechfunktion und das beleuchtete Display.
  • Gigaset 4000 (2001)
    Mit den Modellen Gigaset 4010 und 4015 hält erstmals die SMS Einzug in die Festnetztelefonie.
  • Gigaset E150 (2002)
    Damals das erste seiner Art, ist es heute eine Geräteklasse. Entwickelt für Senioren, wird es dank Funktionalität und ergonomischer Qualitäten zum Mengenseller.
  • Gigaset C200 (2003)
    Unsere Philosophie 2003: jeder Zielgruppe ihr eigenes Design. Und so kommt bei Gigaset zum ersten Mal richtig Farbe ins Spiel.
  • Gigaset SL740 (2004)
    High End im Festnetz. Die Innovationen aus dem Mobile-Phone- Bereich stehen Pate für das SL740 mit Kamera und MMS-Diensten.
  • Gigaset SL560 (2006)
    Bluetooth performt auch bei Festnetztelefonen: Es ermöglicht kabellose Synchronisation des Adressbuchs mit dem PC. Die Kunden mögen das, genauso wie das opulente Äußere der SL-Reihe.
  • Gigaset SL780 (2007)
    Gegen den Preistrend auf erstklassige Materialien, User-Interfaces und puristi- sches Design zu setzen erfordert Mut – und wird von Erfolg gekrönt. Das SL780 ist der Einstieg in eine Serie von Top- Produkten mit Metallgehäuse. Und führt das Label ECO DECT ein.
  • Gigaset E490 (2009)
    Geschützt vor Staub, Wasser und Grobianen: Das Gigaset E490 vereint Robustheit mit Eleganz. Wo ist es mehr zuhause: in Familien oder in Werkstätten?
  • DX800 all-in-one (2010)
    Ein großer Wurf: die Tischtelefone mit schnurloser Erweiterbarkeit via DECT und Link-to-Mobile für die Internettelefonie sowie ISDN.
  • Gigaset SL910 (2011)
    Gigaset bringt das erste Touchtelefon für zuhause.
  • Gigaset S820 (2012)
    Bedienung über Tasten und Touchscreen bietet das erste DECT-Hybrid-Telefon.
  • Maxwell 10 (2013)
    Audio und Video für eine starke Unternehmenskommunikation: Mit dem Premium-Endgerät Maxwell 10 für IP-basierte Telefone führt Gigaset eine Business-Lösung mit Touchscreen ein.
  • Gigaset Smart Home (2014)
    Die Sicherheitslösung für das Smart Home von morgen: modular, intelligent und unkompliziert. Dank DECT ULE arbeitet Gigaset über Funk und ist besonders energiesparend.
  • Gigaset GO (2015)
    Der IP-Telefonie gehört die Zukunft: Das Hybridtelefon Gigaset GO macht den nahtlosen Übergang von der analogen zur IP-basierten Telefonie einfach möglich.
  • Gigaset HX (2016)
    Mit den erfolgreichen HX Universal- Mobilteilen für den unkomplizierten Einsatz an FRITZ!Box, Speedport & Co. bringt Gigaset die nächste Evolutions- stufe der IP-Telefonie auf den Markt.
  • Gigaset life series (2017)
    Nicht nur große Tasten, sondern auch ein großes Plus an Komfort und Sicherheit: Mit der life series bietet Gigaset Menschen mit Lebenserfahrung erstmals ein ganzheitliches Produktkonzept.
  • Gigaset T480HX (2018)
    Ein Tischtelefon wird mobil. Das DECT-Gerät Gigaset T480HX für exible Lösungen am Schreibtisch.
  • Gigaset Repeater HX (2019)
    Mehr Reichweite für jedes Zuhause. Sollten die 50, bzw. 300 Meter Reichweite der DECT Verbindung einmal nicht ausreichen, der Repeater HX verdoppelt den Einsatzbereich jedes Signals.

Heutzutage ist DECT strahlungsärmer, stromsparender als jemals zuvor und bietet ein weites Einsatzspektrum, wie zum Beispiel im Smart Home Bereich. Das ist auch der Grund, weshalb das „T“ in DECT von der Anfangsbedeutung „Telephony“ zu „Telecommunications“ geändert wurde. Zudem wurde das „E“ von „European“ in „Enhanced“ geändert, da mittlerweile der Funkstandard auf der gesamten Welt seinen Siegeszug antrat.

Zukunftsaussichten

Ist es überhaupt noch zeitgemäß oder sogar zukunftsträchtig? Die Technologie ist bereits über 25 Jahre alt und so ziemlich in jedem Haushalt zu finden. Jedoch wird sehr häufig gefragt, wie die Zukunft von DECT aussieht. Natürlich steht die Zeit nicht still und somit auch nicht die Weiterentwicklung des Standards.

Kürzlich hat die Bundesnetzagentur die Allgemeinzuteilung der DECT Frequenzen bis zum 31. Dezember 2025 verlängert. Das bedeutet, DECT Geräte dürfen bis Ende 2025 verwendet werden und es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Verlängerung nicht die letzte sein wird.

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