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Einbrecher Veranda Quelle: iStock.com/rclassenlayouts

Dunkelzeit ist Einbruchzeit: Sicher überwintern mit den Smart Security Lösungen von Gigaset

17. Dezember 2021 Veröffentlicht von Jana Greyling

Das mögen Wohnungseinbrecher definitiv nicht: Wenn jemand zu Hause ist, wachsame Nachbarn und bellende Hunde, zu viel Zeit verlieren und wenn es laut zugeht. Was schließen wir daraus? Einbrecher planen vorausschauend, gehen keine unnötigen Risiken ein, haben feste Arbeitszeiten und schätzen die Ruhe. In diesem Blogbeitrag werden wir diese Punkte näher untersuchen und sehen, welche Schlüsse wir daraus für das Smart Home ziehen können. 

Sie kommen, wenn keiner zu Hause ist

So gesehen war Covid-19 ein Albtraum für die Branche. Allein die schiere Zahl der Shutdowns trug dazu bei, dass Ende 2020 der SWR jubelte: „Wegen Corona niedrigster Stand bei Wohnungseinbrüchen seit 50 Jahren erwartet“. Die Zahl der Wohnungseinbrüche hat sich laut polizeilicher Kriminalstatistik, die Bundesinnenminister Horst Seehofer am 15. April 2021 vorgestellt hat,  um knapp 14 % reduziert. Knapp 47 % davon, wurden im sogenannten Versuchsstadium abgebrochen. Nicht rückläufig, sondern angestiegen sind hingegen die Fälle von Diebstahl aus Keller- und Dachbodenräumen sowie Waschküchen. In diesem Bereich weist die Polizeiliche Kriminalstatistik ein Plus von mehr als 11 %  gegenüber dem Vorjahr mit insgesamt 96.188 gemeldeten Fällen aus. Experten sehen in der Corona-Pandemie einen wesentlichen Treiber für die sinkenden Fallzahlen. Da sich 2020 die Menschen mehrheitlich zu Hause aufhielten und aufgrund von Home Office, Home Schooling, Lockdown und Co. Häuser und Wohnungen überall und dauerhaft bewohnt wurden, sank auch die Zahl der Einbrüche. Zahlreiche Studien zeigen: die meisten Einbrecher vermeiden es, einen Einbruch bei Anwesenheit der Bewohner durchzuführen.

Entwarnung sieht anders aus

Auch wenn die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland 2020 erneut gesunken ist, schafften es Langfinger in 85.000 Fällen sich unbefugt Zugang zu einem Haus oder einer Wohnung zu verschaffen. Das sind zwar rund 10.000 Einbrüche weniger als im Vorjahr und der niedrigste Wert in der bis 1998 zurückreichenden Statistik, wie die aktuellen Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) belegen.

Wachsame Nachbarn

Der Faktor „wachsamer Nachbar“ ist eine Trumpfklarte im Kampf gegen organisierte Einbrecherbanden, die man unbedingt spielen sollte, vorausgesetzt man hat nette Nachbarn, die auch mitmachen. Um was geht es dabei? Focus Online hat über das Experiment geschrieben: Kriminologen des Max-Planck-Instituts zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht in Freiburg haben gemeinsam mit britischen und niederländischen Wissenschaftlern ein Forschungsprojekt gestartet, bei dem sie 353 Männer auf einen virtuellen Streifzug durch ein am Computer nachgebautes Wohnviertel schickten. Die Teilnehmer trugen dabei Virtual-Reality-Brillen. Häuser, Wiesen und Büsche waren sehr detailliert – und damit realistisch – dargestellt. Über Kopfhörer wurden Alltagsgeräusche eingespielt, wodurch sich der Eindruck verstärkte, als sei man in der Umgebung tatsächlich anwesend. Dabei handelte es sich nicht um ein neues Computerspiel. Die Aufgabe der Studienteilnehmer bestand vielmehr darin, das Wohnviertel auszukundschaften, potenzielle Einbruchsziele zu finden und dabei mögliche Entdeckungsrisiken zu erkennen. Das Besondere an dem Experiment: Unter den 353 Teilnehmern waren 181 verurteilte Einbrecher, sie wurden von den Forschern im Gefängnis besucht. Der andere Teil bestand aus Studenten. Die Forscher erschwerten es den potentiellen Einbrechern, indem sie bei der Gestaltung des virtuellen Wohnviertels darauf verzichteten, Überwachungskameras einzuzeichnen oder auf Alarmanlagen hinzuweisen. Aus früheren Studien wussten die Experten, dass Alarmanlagen auf Einbrecher nicht immer abschreckend wirken. Der Aufkleber “Vorsicht wachsamer Nachbar” bringt schon was. Den gibt`s übrigens kostenlos bei der Polizei.

Das Ergebnis des Experiments zeigte: Die bloße Anwesenheit eines Nachbarn hatte auf beide Gruppen eine abschreckende Wirkung. In den Fällen, in denen ein Nachbar präsent war, ließen sich alle Einbrecher von ihrem Plan abbringen, unabhängig davon, wie sich der Nachbar verhielt, ob er etwa in die Richtung des Einbrechers blickte oder „nur“ im Garten herumstand.

Was kann man hier machen?

Was können wir daraus für Erkenntnisse gewinnen und welche Vorkehrmaßnahmen könnten in Frage kommen?

  1. Sie laden ihre 80ig jährige Nachbarin zu Kaffee und Kuchen und fragen sie, ob sie sich dreimal am Tag und zweimal spätabends im Garten/Treppenhaus (bei Mietwohnungen) zeigen würde, während sie Arbeiten, Einkaufen oder im Kino sind. Und gegen einen kleinen finanziellen Aufschlag: „Hallo ist da wer?“ rufen würde.
  2. Sie bestellen den Aufkleber „Vorsicht! Wachsamer Nachbar“ und bringen ihn gut sichtbar vor dem Haus / Wohnung an. (Das wirkt natürlich nur dann, wenn der Fall a) eintritt, und der Einbrecher kein Profi ist.
  3. Sie kaufen sich einen wachsamen Hund. „Cave canem“ hieß es schon im alten Rom: Hüte dich vor dem Hund! Der beste Freund der Hausbewohner ist einer der schlimmsten Feinde der Einbrecher: Knurrende oder bellende Hunde schrecken viele Diebe ab.
  4. Sie entschließen sich ein Smart Home-System zu kaufen, um Nachbar und Hund durch Alexa, Siri und Co. zu ersetzen.
  5. Sie entscheiden sich bei Amazon für einen elektronischen Wachhund, weil der nicht Gassi gehen muss, bis zu 120 dB bellen kann und einen eingebauten 3D-Sound-Effekt für mehr Lebendigkeit hat.

Ersetzt der Nachbar die moderne Sicherheitstechnik, die das Smart Home anbietet?

Doch Spaß beiseite, Einbrecher sind nicht dumm, und unsere Vorkehrmaßnahmen können greifen, müssen aber nicht. Wer glaubt, dass er auf Sicherheitstechnik verzichten kann, weil er in einem dicht besiedelten Gebiet lebt, wo viele Nachbarn auf Einbruchversuche aufmerksam werden könnten, unterliegt nach den Ergebnissen des Kriminalitätsmonitors NRW einem fatalen Irrtum. Das Gegenteil ist der Fall. Die Häufigkeit von Wohnungseinbrüchen nimmt mit den steigenden Einwohnerzahlen einer Kommune zu. Hier nutzen die Täter die Anonymität aus. Besonders in Gebäuden mit sehr vielen Wohnungen ist es nahezu unmöglich, alle Nachbarn zu kennen. So können die Einbrecher ungehindert in die Gebäude eindringen und mit der Beute unerkannt flüchten. Passanten in Treppenhäusern und Fluren, so das Kalkül der Einbrecher gehen meistens davon aus, dass es sich bei den Tätern ebenfalls um Bewohner handelt. Das führt dazu, dass den Einbrechern kaum Beachtung geschenkt wird und damit fällt die Täterbeschreibung recht dürftig aus.

Dem Bundeskriminalamt (BKA) zufolge gibt es im Winterhalbjahr deutlich mehr Wohnungseinbrüche als im Sommerhalbjahr. Schwerpunkte sind Metropolen und städtische Regionen sowie Gegenden entlang von Fernstraßen. Die Täter werden nur sehr selten geschnappt. 2019 konnte die Polizei von 100 Wohnungseinbrüchen nur 17 aufklären.

Der Expertentipp

Laut Kriminalitätsmonitor NRW sollten vor allem die Bewohner in Erdgeschosswohnungen auf einen effizienten Schutz durch abschließbare Fenstergriffe, sichere Schlösser und Beschläge für die Türen sowie durch eine Alarmanlage nicht verzichten. 3,7 Prozent der Befragten, die in einer Erdgeschosswohnung in einem Mehrfamilienhaus leben, gaben in der Opferbefragung an, innerhalb eines Zeitraums von 18 Monaten Opfer eines Wohnungseinbruchs geworden zu sein. Bei knapp der Hälfte der Einbrüche in Wohnungen kommen die Täter durch die Wohnungstür. 31 Prozent steigen durch Fenstertüren ein, 21 Prozent durch Fenster. Wohnungstüren sind bei Mehrfamilienhäusern deshalb so stark gefährdet, weil sie im Gegensatz zu Türen in Einfamilienhäusern meist weniger gut gesichert sind und nachts nicht abgeschlossen werden.

Gute Zeiten, dunkle Zeiten

Einbrecher wollen nicht gesehen und nicht erkannt werden, die meisten jedenfalls. Was bedeutet dies bezüglich der Uhrzeit und Jahreszeit? Laut „Wohnglück“ liegt die die „Spitzenzeit” für Einbrüche zwischen 16 und 20 Uhr. Rund 36 Prozent der Einbrüche erfolgen zu der Zeit, in der man nach der Arbeit noch mal schnell in den Supermarkt fährt, Freunde besucht oder auf dem Weg ins Kino ist. Und wenn wundert es, früh morgens, zwischen 6 und 8 Uhr, ist man relativ sicher, dass man keinen ungebetenen Besuch erhält. Der Einbruch-Report des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zeigt: Nur jeder siebte Einbruch (14,5 Prozent) findet zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens statt. Dagegen werden mehr als die Hälfte aller Einbrüche (57,9 Prozent) in der Zeit zwischen 10 und 18 Uhr verübt. Ausnahmen gibt es natürlich immer, aber in der Regel halten sich die Einbrecher an diese gelebte Tradition. Deswegen heißt es ja im Volksmund: Dunkelzeit ist Einbruchszeit.

Sicherheitstechnik lohnt sich, lautet das Motto in der Dunkelzeit, ohne Wenn und Aber. Experten vermuten, dass jeder zweite Einbruch scheitert, weil die Langfinger nicht schnell genug ins Haus kommen. Wenn das so ist, drängt sich die Frage auf, sind Einbrecher eher ungeduldige Zeitgenossen oder geben sie zu schnell auf. Weder noch, nur das Risiko gesehen zu werden steigt mit jeder Minute, die nicht zum Erfolg führt, sprich zu einer offenen Wohnungstür. „Grundsätzlich bringen massive Türen und Fenster mit zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen wie Querriegel an der Tür, natürlich einen Zeitgewinn. Je länger einer braucht, umso eher gibt er auf,“ betont auch der Ex-Einbrecher Hammed Khamis im Gespräch in einem Interview mit dem Allianz Magazin. „Eine unsichtbare Alarmanlage ist gut. Sieht man die Alarmanlage allerdings schon von weitem, möglichst noch mit einer Videokamera, denkt ein Einbrecher: „Wenn das Haus so gut geschützt wird, muss es sich lohnen.“ Ist also eher eine Einladung. Die Videokamera ist eh kein Hindernis. Wegdrehen, Stecker raus. Basta.“

Planung ist der halbe Einbruch

Leider ist es nach wie vor Fakt, dass die organisierte Kriminalität alltägliche Realität geworden ist und Wohnungseinbrüche weiterhin zunehmend durch international organisierte Banden ausgeführt werden. Die professionellen Diebesbanden planen dafür jedes Detail ihres Beutezuges ganz genau, um etwaige Risiken auszuschließen. Da sie die Gegend nicht kennen, schicken sie sogenannte Spähtrupps voraus, um die Lage und die Objekte zu sondieren. Wenige Tage vor einem potenziellen Einbruch durchkämmen sie Straßen, Wohnviertel oder ganze Stadtteile und spionieren die Gegend unerkannt aus. Hier beobachten sie sehr genau, wer wann wo ein und aus geht oder wer zu welchen Uhrzeiten zu Hause ist. Häufig werden spezifische Zeiten für konkrete Häuser dokumentiert, um es den Komplizen später einfach zu machen.

Relevante Merkmale bei den Bewohnern wie Hunde, Alleinstehend, Rentner, lohnende Beute, oder andere Hinweise werden als sogenannte Gaunerzinken teils sogar direkt am Haus vermerkt. Dieses interne, oft schwierig interpretierbare Informationssystem nutzt schriftliche Geheimzeichen oder spezielle Markierungen, wie zum Beispiel mit Plastikstreifen, um herauszufinden, ob das Wohnhaus bewohnt ist. Vielleicht hat man selbst diese Symbole – die „Gaunerzinken“ schon gesehen, ohne zu wissen, um was es sich dabei handelt. Ein kleines mit Kreide gezeichnetes Kreuz ist unauffällig und wird selbst bei Entdeckung meist eher Nachbarkindern als umherziehenden Verbrecherbanden zugeordnet. Auch eine oberflächlich in die Haustür geritzte, dünne Zickzacklinie fällt längst nicht immer auf – zumal die meisten Menschen überhaupt nicht wissen, wie Gaunerzinken eigentlich aussehen.

Schon seit dem Mittelalter werden Zinken als geheime Codes für die nonverbale Kommunikation eingesetzt. Eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe der Universität Passau, die zu den historischen Einsatzgebieten und der Bedeutung von Zinken forschte, erklärt dazu: „Zinken sind einer bestimmten Bevölkerungsgruppe zuzuordnen, die aufgrund sozialer Bedingungen ständig mit Repressionen rechnen musste.” In der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Standesgesellschaft betraf dies nicht nur Gaunerbanden, sondern sämtliche Angehörige des untersten Standes. Auch Bettler, Hausierer und Tagelöhner nutzten damals Zinken, um nachfolgenden Standesgenossen Hinweise zu hinterlassen, wo sich ein Vorsprechen wohl am ehesten lohnen würde.

Das sollten Sie wissen

Die Langfinger haben viele Techniken entwickelt, um schnell und unbemerkt in Wohnungen zu gelangen. Von Fenster bis hin zur Garten und Eingangstür gibt es zahlreiche Wege, um in ein Gebäude einzudringen. Wer schon mal den Wohnungsschlüssel verloren hat und den Schlüsseldienst rufen musste, weiß wie schnell eine Tür geöffnet ist. Für 150,00 Euro, soviel kostet es im Schnitt, wenn man den Schlüsseldienst holt, zeigt der Fachmann den sogenannten „Kreditkarten-Trick“. Mit dem öffnet er in weniger als 15 Sekunden die Tür. Und das haben natürlich professionelle Wohnungseinbrecher auch drauf. Wird die Tür nicht durch einen weiteren Riegel verschlossen, haben Diebe es nämlich leicht, diese einfach mit einer Kreditkarte zu öffnen. 4 Sekunden sind es für ein geschlossenes und nicht gesichertes Fenster, vorgeführt von Kölns Polizeipräsident Uwe Jacob.

„Wenn einer ein festes Ziel hat, weil er unbedingt an den Hundertwasser oder die Juwelen will, von denen er weiß, dann macht der einen Plan und findet einen Weg – und wenn er über den Kamin einsteigt,“ sagt der Ex-Langfinger Hammed Khamis im Allianz Magazin. Und räumt ein, dass dies bei Gelegenheitsdieben anders aussieht. „Die sind mit einem Schraubenzieher oder einem stählernen Kuhfuß unterwegs und warten auf die nächstbeste Gelegenheit. Dann wird schnell mal eine Terrassentür oder ein Fenster aufgehebelt. Bei mir durfte das nicht länger als eine halbe Minute dauern.“ Um sich hier zu schützen ist moderne Sicherheitstechnik und relevante Smart Security-Lösungen nicht nur sinnvoll sondern zwingend notwendig.

Eine Lösung, die (fast) alles kann

Zu Beginn unseres Blogbeitrages haben wir geschrieben, dass Einbrecher  diese Dinge nicht mögen: a) Wenn jemand zu Hause ist, b) wachsame Nachbarn und bellende Hunde, c) Zeit verlieren und d) wenn es laut zugeht.

Mit den Smart Security Produkten von Gigaset lassen sich alle diese Punkte problemlos umsetzen. Das Ergebnis: Ein deutliches Plus an Sicherheit, das den Geldbeutel nicht strapaziert, und mit den Aufgaben wächst und jederzeit erweiterbar ist.

Wie das geht, zeigen wir im nächsten Blogbeitrag.

2 Kommentare

  • Stephen Mark 11.01.2022

    Die Erläuterungen in Ihrem Artikel sind gut. Danke, dass Sie ihn geteilt haben.

    • Hallo Stephen,

      vielen Dank für das positive Feedback. Wir geben uns stets Mühe relevante und informative Beiträge zu verfassen und freuen uns natürlich sehr, dass dieser Text für dich interessant war.

      VG

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