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Medizinische Apps: Ärzte können bald Smartphone-Apps verschreiben

4. August 2020 Veröffentlicht von Jana Greyling

Es dauert nur noch wenige Wochen, dann können Ärzte in Deutschland erstmals Medizinische Apps für das Smartphone verschreiben, berichtet der Digitalverband Bitkom. Das ist ein Novum, denn dann können Diabetes-Tagesbuch, Rückenübungen für zuhause oder Augentraining auf Rezept vom Arzt verschrieben und von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden.

In unserer neuen Blogserie rund um Gesundheits- und Fitness-Apps stellen wir Ihnen einige ausgesuchte Medizinische Apps vor, die den Alltag erleichtern.

59 Prozent der Smartphonebesitzer sagen Ja

Doch zuerst zu den Fakten. Die Akzeptanz für die „Apps auf Rezept“ ist bei den Befragten der Bitkom-Untersuchung groß. Die Gründe hier: „Smartphone-Nutzer sind ohnehin bereits sehr versiert, wenn es um Gesundheits-, Fitness- oder Ernährungs-Apps geht: 75 Prozent haben mindestens eine frei verfügbare App installiert, darunter vor allem Apps mit Sportübungen für zuhause. 32 Prozent haben bereits eine Medizinische App, die Fitnessdaten wie Schritte oder die Herzfrequenz aufzeichnet installiert und bei Apps die Informationen zu Fitness-, Gesundheits- oder Ernährungsthemen liefern liegt der Anteil bei  23 Prozent. „Die meisten Nutzer profitieren von diesen Apps, indem sie besser über ihren eigenen Gesundheitszustand Bescheid wissen (63 Prozent), sich mehr bewegen (54 Prozent) oder sich gesünder ernähren (47 Prozent).“

Fast 6 von 10 Befragten können sich gut vorstellen, eine solche App zu nutzen. Selbst von den über 65-Jährigen sagt dies fast jeder Zweite und das sind immerhin 48 Prozent. 4 von 10 Patienten (40 Prozent) wollen ihren Arzt sogar aktiv nach einer App auf Rezept fragen und fast jeder Dritte (30 Prozent) ist der Meinung, dass es künftig Fälle gibt, in denen Apps konventionelle Therapien ersetzen. Quelle: Bitkom

Weltweit sind mehr als 318 000 Gesundheits-Apps derzeit auf dem Markt, Tendenz steigend. Das Spektrum an Funktionen ist vielfältig und erstreckt sich von gesundheitsförderlichen Apps über Medizinische Apps zur Unterstützung von Patienten bzw. Gesundheitsdienstleistern bis zu Apps als Medizinprodukte zur Erfassung oder Auswertung von Gesundheitsdaten.

Ab zum Arzt – die App der Felix Burda und Assmann Stiftung

Hand auf´s Herz, wer weiß schon auf Anhieb, ob sein Impfstatus vollständig ist, wann wieder ein Zahnarzttermin fällig wird oder die Krebsvorsorge ansteht? Die „APPzumARZT“ löst seit 2011 dieses Problem sehr erfolgreich und zählt mit 8.000 Besuchern im Monat zu den erfolgreichsten Apps in diesem Bereich. Der Grund dafür mag der Tatsache geschuldet sein, dass sie wie eine Gesundheits-Managerin sich um alles kümmert.  Sie behält den Überblick über den Präventionsstatus der ganzen Familie, erinnert an fällige Arzttermine und hilft so gesund zu bleiben. Nun präsentiert sich die App in einer neuen Optik und mit vielen nützlichen Zusatzfunktionen. „Die AppzumArzt der Felix Burda Stiftung und der Assmann Stiftung erinnert Versicherte an alle Vorsorgemaßnahmen und Früherkennungsuntersuchungen der gesetzlichen Kassen. Gerade auf Vorsorgeleistungen haben viele Patienten in den vergangenen zwei Monaten aus Angst vor Ansteckung verzichtet. Die App könnte dazu beitragen, Patienten zu motivieren, den Rhythmus der Vorsorge wieder aufzunehmen,“ schreibt die ÄrzteZeitung in ihrem Beitrag dazu.

Sie beinhaltet nun die von allen „gesetzlichen Krankenkassen übernommenen Vorsorgemaßnahmen und Früherkennungsuntersuchungen zu 13 Krankheiten – von Augenerkrankungen, Diabetes bis Gebärmutterhalskrebs – 17 Impfungen – von HPV, Tetanus bis FSME, sowie alle Zahnarztleistungen und Kinder- und Jugendarzttermine. Das neue Glossar erläutert all diese Leistungen, die auf den Empfehlungen des G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss) sowie des Robert-Koch-Instituts und der STIKO (Ständige Impfkommission) basieren. Und neben dem individuellen Risiko für Diabetes und Darmkrebs, lässt sich in der neuen Version jetzt auch das Herzalter bestimmen, das Auskunft über das Risiko für einen Herzinfarkt innerhalb der nächsten 10 Jahre gibt.“ Sensible Daten werden von der APPzumARZT nicht benötigt. Alle Berechnungen verbleiben zudem auf dem Smartphone des Users und werden nicht übertragen. Außerdem sind alle Gesundheitsinfos frei von der Einflussnahme durch Unternehmensinteressen der Partner und Sponsoren erstellt. Die App für Apple IOS kann im iTunes Store ( hier kostenfrei) oder bei google play für Androids (hier kostenfrei)  heruntergeladen werden.

Das Smartphone zur App

Um bei all den Terminen nicht den Überblick zu verlieren, empfiehlt es sich ein Smartphone mit einem extra großen Bildschirm zu nutzen, wie das Gigaset GS195. Das neue Modell mit der „Made in Germany“ Serie punktet vor allem mit seinem großen Display. Das FHD plus Display des GS195 hat eine 6,18 Zoll Bildschirmdiagonale und bietet mit einer Pixeldichte von 404 ppi eine sehr gute und respektable Schärfe.

GS195 MedApp

Das Gigaset GS195 sorgt mit dem extra großen Bildschirm für den besten Überblick.

The voice of care

Auch wenn diese App noch nicht auf dem Amrkt verfügbar ist, zeigt sie doch, was heute schon alles möglich ist, vorausgesetzt man hat ein entsprechend gutes Smartphone, wie z.B. das Gigaset GS290. Denn die neue Smartphone-App analysiert kurze Sprachaufzeichnungen von Patienten mit Herzinsuffizienz, erkennt Lungenstauungen und ermöglicht so eine rechtzeitige Behandlung.

Das Besondere daran, die App sucht nach Atem- oder Tonschwankungen, die durch Lungenprobleme verursacht werden. Das häufigste Symptom für Herzinfarkte ist die Atemnot, die durch die Ansammlung von Flüssigkeit in der Lunge verursacht wird. Die App wurde an 40 Patienten getestet und konnte den klinischen Status mit äußerster Genauigkeit erkennen.

Herzinsuffizienz ist der häufigste Grund für Krankenhausaufenthalte in Europa und den USA. Ein frühzeitiges Eingreifen durch Fernüberwachung könnte Hospitalisierungen und Todesfälle verhindern. Möglicherweise kann die App namens Cordio HearO dazu beitragen, indem sie Wasserstauungen in der Lunge der Patienten erkennt, bevor diese unter Atemnot leiden. Cordio HearO ist eine Anwendung, die vom israelischen Start-up Cordio Medical entwickelt und der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie vorgestellt wurde. Die Hoffnung ist, dass Cordio HearO dazu beitragen kann, kritische Zustände auch aus der Ferne zu verhindern.

Beim Smartphone kommt es auf eine gute Sprachqualität an, das Gigaset GS280 bietet das.

„Sprache ist persönlich, deshalb können auch sehr kleine Veränderungen bei einer Person festgestellt werden. Etwa können Eltern Gesundheitsprobleme ihrer Kinder bemerken, indem sie ihnen zuhören“, so Studienautor Prof. Offer Amir vom Hadassah Medical Center in Jerusalem in einer Pressemitteilung der European Society of Cardiology (ESC). Die neue App sei das erste nichtinvasive, personalisierte Tool zu Überwachung von Herzinsuffizienz.  Wann die App für den deutschen Markt zugelassen wird ist noch offen. Es zeigt aber, wie moderne Technik den Menschen helfen kann selbst kritische physische Zustände zu überwachen und frühzeitig zu diagnostizieren.

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