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Nachhaltigkeit bei Gigaset Quelle: iStock.com/Iván Jesús Cruz Civieta

Grüne Reputation: Nachhaltigkeit bei Gigaset – im Interview mit Raphael Dörr

11. Februar 2020 Veröffentlicht von Raphael Doerr

Kurz vor Veröffentlichung des Geschäftsberichts der Gigaset AG, wurde Raphael Dörr, SVP Corporate Communications & Investor Relations von LiveGreen zum Thema Nachhaltigkeit interviewt. Dem Thema, das auch im diesjährigen Geschäftsbericht 2020 sowie in der Unternehmens- und Kapitalmarktkommunikation der Gigaset AG überhaupt eine große Rolle spielt.

LiveGreen: Guten Tag, Herr Dörr. Vielen Dank, dass Sie sich heute die Zeit für dieses Gespräch nehmen. Gigaset ist bekannt für seine starke Präsenz im Kommunikationstechnologiesektor. Wie integriert Gigaset Nachhaltigkeit in seine Geschäftsstrategie?

Raphael Dörr: Guten Tag. Es freut mich, hier zu sein. Nachhaltigkeit ist für Gigaset mehr als nur ein Schlagwort; es ist ein integraler Bestandteil unserer Geschäftsphilosophie und ein besonderes Anliegen unseres CEO Klaus Weßing. Wir streben danach, in allen Unternehmensbereichen, von der Produktentwicklung bis hin zum Kundenservice, nachhaltige Praktiken umzusetzen. Dies beinhaltet die Verwendung umweltfreundlicher Materialien, Energieeffizienz in der Produktion und die Förderung der Langlebigkeit unserer Produkte. Unser Ansatz zielt darauf ab, ökologische, ökonomische und soziale Aspekte in Einklang zu bringen, um einen positiven Beitrag für die Gesellschaft und die Umwelt zu leisten.

LiveGreen: Wie spiegelt sich dieser Ansatz in den Produkten von Gigaset wider?

Raphael Dörr: Als produzierendes Unternehmen sind unsere Produkte das Herzstück unseres Nachhaltigkeitsengagements. Wir legen großen Wert darauf, langlebige und reparaturfreundliche Produkte zu entwickeln. Dies verlängert nicht nur die Lebensdauer unserer Geräte, sondern reduziert auch Abfall und Ressourcenverbrauch. Wir verfahren nach dem Prinzip “reparieren statt wegwerfen”. Darüber hinaus achten wir bei der Auswahl der Materialien auf Umweltverträglichkeit und setzen seit langer Zeit auf immer kleinere und umweltfreundlichere Verpackungen aus Karton. Energieeffizienz ist ebenso ein wichtiger Aspekt – sowohl in der Produktion als auch in der Nutzung unserer Produkte.

LiveGreen: Nachhaltigkeit ist auch eng mit dem Thema Corporate Social Responsibility (CSR) verbunden und damit mit einem weiteren Thema in Ihrem Aufgabenbereich, der IR-Arbeit. Wie verpflichtet sich Gigaset in diesem Bereich?

Raphael Dörr, SVP Corporate Communications & Investor Relations

Raphael Dörr, SVP Corporate Communications & Investor Relations

Raphael Dörr: CSR ist ein integraler Pfeiler unserer Unternehmensstrategie. Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft bewusst und engagieren uns in verschiedenen sozialen Projekten – vor allem mit Fokus auf Sport. Ebenso unterstützen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten gemeinnützigen Organisationen und lokale Initiativen. Wir glauben fest daran, dass unser unternehmerischer Erfolg mit einem positiven Beitrag zur Gesellschaft einhergehen muss.

LiveGreen: Inwieweit spielt die Kommunikation eine Rolle, um das Thema Nachhaltigkeit im Sinne des Brandings und der Unternehmensreputation zu fördern?

Raphael Dörr: Kommunikation ist ein entscheidendes Instrument, um unsere Nachhaltigkeitsbemühungen sowohl intern als auch extern zu fördern. Seit 2016 ist Nachhaltigkeit elementarer Bestandteil des durch Kommunikation etablierten Brand- und Reputationsmanagements. Uns ist bewusst, dass wir kein Multi-Milliarden-Dollar Unternehmen sind, dass aus dem Nichts riesige Kampagnen stemmen kann und diese dann entsprechend publik macht. Wir glauben an das Prinzip der “kleinen Schritte”. Durch transparente und offene Kommunikation schaffen wir Bewusstsein für Nachhaltigkeitsthemen und zeigen, wie wir diese im Rahmen unserer Möglichkeiten in unserem Unternehmen adressieren. Dies stärkt nicht nur unser Branding, sondern trägt auch positiv zur Unternehmensreputation bei. Es ist wichtig, dass unsere Stakeholder, einschließlich Kunden, Mitarbeiter und Investoren, unsere Nachhaltigkeitswerte verstehen und sehen, wie diese in die Praxis umgesetzt werden. Diese Offenheit war auch ein riesiger Erfolg, als wir 2018 das erste Smartphone “Made in Germany” vor Ort bei uns in Bocholt vorgestellt haben. Die Initiativen wurden dort für die Journalisten erlebbar.

LiveGreen: Welche Bedeutung hat das Thema Nachhaltigkeit für den Kapitalmarkt und Investoren?

Raphael Dörr: Nachhaltigkeit ist heutzutage ein Schlüsselfaktor für Investoren und den Kapitalmarkt. Investoren suchen zunehmend nach Unternehmen, die nachhaltige Praktiken umsetzen und somit langfristige Werte schaffen. Dies trägt nicht nur zu einer positiven Wahrnehmung bei Investoren bei, sondern unterstützt auch die langfristige finanzielle Stabilität unseres Unternehmens.

LiveGreen: „Made in Germany“ ist ein wichtiger Aspekt der Gigaset-Identität. Wie trägt dieser Ansatz zur Nachhaltigkeit bei?

Raphael Dörr: „Made in Germany“ steht für Qualität, Langlebigkeit und hohe Standards in der Produktion – alles Schlüsselelemente der Nachhaltigkeit. Indem wir in Deutschland produzieren, können wir sicherstellen, dass unsere Produkte unter strengen Umwelt- und Sozialstandards hergestellt werden. Dies ermöglicht uns nicht nur eine bessere Kontrolle über die Produktionsprozesse, sondern reduziert auch den ökologischen Fußabdruck durch kürzere Transportwege. Zudem fördern wir lokale Wirtschaft und Arbeitsplätze, was wiederum positive soziale Auswirkungen hat.

LiveGreen: Wie sieht die Zukunft von Gigaset in Bezug auf Nachhaltigkeit aus? Gibt es langfristige Ziele oder Projekte, die Sie verfolgen?

Raphael Dörr: Die Zukunft von Gigaset wird immer stärker von Nachhaltigkeit geprägt sein. Kunden stellen gewisse Erwartungen an uns, ebenso unsere Vertriebspartner oder Unternehmen mit denen wir im B2B-Segment kooperieren. Wir planen, unsere Bemühungen in diesem Bereich kontinuierlich zu verstärken und neue innovative Lösungen zu entwickeln, die sowohl umweltfreundlich als auch effizient sind. Zu unseren langfristigen Zielen gehört es, die Umweltauswirkungen unserer Produkte weiter zu reduzieren, die Kreislaufwirtschaft zu fördern und unsere CO2-Bilanz zu verbessern. Wir arbeiten ständig an Projekten, die diese Ziele unterstützen und einen positiven Beitrag zur Umwelt und Gesellschaft leisten. Mit Blick auf den Kapitalmarkt wird das Thema-ESG immer wichtiger und stellt klare Erwartungen an börsennotierte Unternehmen.

LiveGreen: Welche Herausforderungen sehen Sie im Hinblick auf Nachhaltigkeit in der Kommunikationstechnologiebranche, und wie begegnet Gigaset diesen?

Raphael Dörr: Eine der größten Herausforderungen in unserer Branche ist der schnelle technologische Wandel, der oft zu einer verkürzten Lebensdauer von Produkten führt. Trends und Begehrlichkeiten sind einkalkuliert um Profit zu realisieren. Wir sehen das etwas anders. Bei Gigaset begegnen wir dieser Herausforderung, indem wir auf Langlebigkeit und Reparierbarkeit unserer Produkte setzen. Wir versuchen im Rahmen unserer Kommunikation und des Themensettings ein Bewusstsein für nachhaltigen Konsum zu schaffen und gleichzeitig technologische Innovationen voranzutreiben, die umweltfreundlich sind. Wir schreiben viel über das Thema auf unserem Corporate Blog und haben auch erfolgreiche Partnerschaften mit Influencern realisiert.

LiveGreen: Abschließend, Herr Dörr, was würden Sie anderen Unternehmen empfehlen, die ihre Nachhaltigkeitsbemühungen verbessern wollen?

Raphael Dörr: Ich will mich da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Mein Rat an andere Unternehmen wäre lediglich zu versuchen etwas in Sachen Nachhaltigkeit zu unternehmen. Man darf sich nicht abschrecken lassen, bloß weil es einige große Player gibt, die viel mehr Impact haben als man selbst. Es ist wichtig, realistische, aber ambitionierte Ziele im Rahmen der eigenen Möglichkeiten zu setzen und diese kontinuierlich zu verfolgen. Letztendlich geht es darum, langfristige Werte zu schaffen, die vielleicht sogar über den finanziellen Erfolg hinausgehen und positive Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft haben.

LiveGreen: Herr Dörr, vielen Dank!

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