FAQ
Gigaset Finanzzahlen Quelle: iStock.com/NicoElNino

Gigaset AG veröffentlicht Bericht für Q3 2021

25. November 2021 Veröffentlicht von Raphael Doerr

Bocholt, 25. November 2021 – Die Gigaset AG (ISIN: DE0005156004), ein international agierendes Unternehmen im Bereich der Kommunikationstechnologie, hat heute den Bericht für das dritte Quartal und die ersten neun Monate 2021 veröffentlicht. In den ersten neun Monaten 2021 konnte Gigaset den Umsatz insgesamt um 15,3 % steigern und ein positives EBITDA erzielen. Im dritten Quartal verzeichnete das Unternehmen zwar einen Umsatzrückgang von -9,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, vor allem aufgrund Pandemie-bedingter Materialengpässe, gleichzeitig aber auch eine deutliche Verbesserung des EBITDA um 36,7 %.

Der Umsatz im dritten Quartal erreichte EUR 52,0 Mio – nach EUR 57,6 Mio im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Grund hierfür waren hauptsächlich Lieferengpässe infolge der weiter andauernden Corona-Pandemie. Das EBITDA konnte dennoch auf EUR 6,8 Mio gesteigert werden (Q3 2020: EUR 5,0 Mio). Ein mehr als doppelt so hohes Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) von EUR 3,3 Mio (Q3 2020: EUR 1,4 Mio) rundet das bislang beste Quartalsergebnis des Jahres ab. Der Umsatz in den ersten neun Monaten 2021 kletterte auf EUR 153,9 Mio (9M 2020: EUR 133,5 Mio). Das Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA) der ersten neun Monate lag mit EUR 11,0 Mio ebenfalls deutlich über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (9M 2020: EUR -3,0 Mio).

Thomas Schuchardt, CFO Gigaset AG„Die Auftragslage des Unternehmens ist weiterhin gut“, erklärt Thomas Schuchardt, CFO der Gigaset AG, „über das bisherige Jahr gesehen konnten wir bei Umsatz und Ergebnis zulegen. Umso ärgerlicher ist der Umsatzrückgang im dritten Quartal. Infolge der Corona-Pandemie kämpfen aktuell viele Unternehmen weltweit mit Lieferschwierigkeiten – auch Gigaset ist davon betroffen. Durch diese Materialengpässe, vor allem im Bereich der Halbleiter waren wir bedauerlicherweise gezwungen, unsere Prognose für das laufende Geschäftsjahr anzupassen. Wir müssen uns dieser Herausforderung auch weiterhin stellen, da die Engpässe voraussichtlich noch bis ins nächste Jahr andauern werden. Umso erfreulicher ist aus unserer Sicht die Entwicklung im Geschäft mit Smartphones und im Bereich Professional. Die zuletzt überdurchschnittlich gestiegene Nachfrage nach Festnetztelefonie dagegen normalisiert sich allmählich wieder. Für die nähere Zukunft bleiben wir unter den gegebenen Umständen zuversichtlich. In der zunehmenden Digitalisierung sehen wir nach wie vor gute Chancen für weiteres Wachstum.“

Digitalisierung bietet Wachstumschancen

Beim Thema Digitalisierung hinkt Deutschland gegenüber anderen Ländern auch in Europa weiter deutlich hinterher. Die Corona-Krise hat hier im vergangenen Jahr für einen unerwartet starken Schub gesorgt, der bis heute anhält. Moderne Arbeitsformen wie Homeoffice und Remote Work sind aus der Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken und erfordern eine großflächige Anpassung der IT- und Telekommunikationsstrukturen – nicht nur im geschäftlichen Umfeld, sondern auch im Privatbereich. Gigaset ist bestens gerüstet, um diese Entwicklungen zu begleiten und davon zu profitieren.

Phones

Der durch die Corona-Krise ausgelöste Nachfrageboom im Bereich Phones lässt allmählich wieder nach. Der große Bedarf an Festnetztelefonen für das Homeoffice hatte zu Beginn der Krise vor allem im Onlinehandel für ein deutliches Umsatzplus gesorgt. Gigaset geht davon aus, dass sich der weltweite Markt langfristig rückläufig entwickeln und das Preisniveau weiter sinken wird. Gründe hierfür sind ein gesättigter Markt, starker Wettbewerb und eine immer größer werdende Menge alternativer Kommunikationstechnologien.

Smartphones

Das Wachstum des Smartphone-Marktes hat sich in den letzten Jahren verlangsamt. Gigaset konnte im Gegensatz dazu den Anteil der im B2B-Segment verkauften Smartphones deutlich steigern. Gigaset sieht den Grund dafür darin, dass Geschäftskunden im Rahmen von Remote Work auf durchgängige Lösungen für ihre Mitarbeiter setzen. Gigaset – als einziger Anbieter von Festnetz-, und Smartphones für B2C und B2B aus einer Hand – bietet genau das an.

Smart Home

Gigaset geht davon aus, dass sich der Absatz von Smart Home-Anwendungen in absehbarer Zukunft zurückhaltender entwickeln wird als ursprünglich erwartet. Von der Corona-bedingten Nachfragesteigerung haben lediglich die Segmente Komfort und Entertainment profitiert, weil die Menschen aufgrund eingeschränkter Mobilität mehr Zeit zuhause verbracht haben. Gigaset setzt dennoch unverändert darauf, mit seinen vier Anwendungsfeldern Sicherheit, Energie, Komfort und Hilfe für pflegebedürftige Menschen weitere Marktanteile zu gewinnen.

Professional

IP- und Cloud-basierte Lösungen werden nach Einschätzung von Gigaset den Bereich der Geschäftskundentelefonie zunehmend prägen und vor allem in Europa die traditionelle Übertragungstechnik weiter verdrängen. Die für entsprechende Gespräche benötigte Hardware wird davon aber unberührt bleiben. Gigaset als Hersteller im B2B-Bereich mit enger Anbindung an Cloud-Partner will hiervon profitieren.

Geschäftsverlauf nach Geschäftsbereichen

Der Umsatz in den überwiegend auf Privatkunden ausgerichteten Geschäftsbereichen Phones, Smartphones und Smart Home summierte sich in den ersten neun Monaten 2021 auf EUR 113,2 Mio – eine Verbesserung um 7,1 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum (9M 2020: EUR 106,4 Mio). Die Entwicklung im Einzelnen:

Das Geschäft im Bereich Phones kehrt nach dem außergewöhnlichen, Corona-bedingten Umsatzplus langsam wieder zur Normalität zurück. So sank der Umsatz in den ersten neun Monaten 2021 gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,7 % auf EUR 99,9 Mio (9M 2020: EUR 100,6 Mio). Im dritten Quartal war der Umsatzrückgang vor allem auch aufgrund von Materialengpässen mit -32,5 % auf EUR 29,7 Mio deutlicher (Q3 2020: EUR 44,0 Mio).

Im Geschäftsbereich Smartphones setzte sich die gute Umsatzentwicklung auch im dritten Quartal weiter fort. Getrieben wurde diese Entwicklung vor allem durch die Einführung neuer Modelle. Über die ersten neun Monate 2021 betrachtet hat sich der Umsatz mit Smartphones auf EUR 12,2 Mio gut verdreifacht (9M 2020: EUR 4,0 Mio). Im Dreimonatszeitraum lag das Plus bei 8,1 % auf einen Quartalsumsatz von EUR 4,0 Mio nach EUR 3,7 Mio im dritten Quartal 2020.

In den ersten neun Monaten sank der Umsatz im Bereich Smart Home um knapp 40 % auf EUR 1,1 Mio – nach EUR 1,8 Mio im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im dritten Quartal fiel der Rückgang mit -25,0 % auf EUR 0,3 Mio geringer (Q3 2020: EUR 0,4 Mio) aus. Gründe für den Rückgang gegenüber dem Vorjahr sind vor allem in einer neuen, überproportional positiven Partnerschaft aus 2020, die das Ergebnis im vorangegangenen Jahr verbesserte sowie in einer generell langsameren Entwicklung des Smart Home Marktes, als von Marktforschern unterstellt, begründet.

Im auf Businesskunden ausgerichteten Geschäftsbereich Professional zeigt sich die Umsatzentwicklung weiter erholt. Nachholeffekte durch die Corona-bedingte Verschiebung von Projekten und Aufträgen seitens der Kunden kurbelten die Verkäufe hier an. So kletterte der Umsatz in diesem Bereich in den ersten neun Monaten des Jahres auf EUR 40,7 Mio (9M 2020: EUR 27,1 Mio) – ein Plus von 50,2 %. Großen Anteil an dieser Entwicklung hatte das dritte Quartal: Hier legte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr sogar um 89,5 % auf EUR 18,0 Mio zu (Q3 2020: EUR 9,5 Mio).

Klaus_Weßing_Dark_ND„Die vorliegenden Neun-Monats-Zahlen stimmen uns trotz der Verwerfungen, die die anhaltende Corona-Krise leider auch weiterhin mit sich bringt positiv“, sagt Klaus Weßing, CEO der Gigaset AG. „Sie belegen klar, dass wir die passende Strategie mit Fokus auf Digitalisierung entwickelt und die richtigen Entscheidungen und Maßnahmen getroffen haben, um durch die Krise zu kommen. Auch wenn das wirkliche Ende der Corona-Pandemie und aller ihrer Folgen und Folgesfolgen noch ungewiss ist, sehen wir Gigaset für die weitere Entwicklung gut gerüstet. Von der zunehmenden Digitalisierung wollen wir durch kontinuierliche Investitionen in innovative Produkte profitieren und uns durch neue, langfristige Kooperationen mit starken Partnern im Wettbewerb durchsetzen.“

Erläuterungen zum Ausblick 2021

Für das laufende Geschäftsjahr bestehen nach wie vor Chancen und Risiken. Wie sich das Jahr 2021 im Allgemeinen und die Erholung der Wirtschaft im Besonderen entwickeln wird, ist noch unklar. Die Entwicklung ist nicht nur abhängig vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie, sondern vor allem mit den damit verbundenen, jüngsten Lieferengpässen bei wichtigen Produktionsgütern. Sie haben das ursprünglich für 2021 prognostizierte Wirtschaftswachstum bereits deutlich gebremst. Namhafte Wirtschaftsforschungsinstitute sagen deshalb erst für das nächste Jahr eine deutliche Erholung der Wirtschaft voraus.

Für 2021 bleibt auch aus Sicht von Gigaset weiterhin eine große Unsicherheit bezüglich der mittel- und langfristigen Auswirkungen der Pandemie. Gigaset sieht sich weiterhin wesentlich in Abhängigkeit von externen, nicht selbst beeinflussbaren Faktoren – sprich Entscheidungen von Regierungen bezüglich Ausgangssperren sowie Geschäfts- und Grenzschließungen sowie der Dauer und weiteren Entwicklung der Pandemie selbst.

Die größte Unsicherheit besteht weiterhin im Bereich Materialverfügbarkeit. Die Auslastung der Produktionskapazitäten kann durch die bestehende Knappheit am Beschaffungsmarkt, z. B. bei Chipsätzen, möglicherweise nicht konstant gewährleistet werden. Aktuell ergibt sich gerade im Bereich der Halbleiter kein klares Bild für die Zukunft. Dieser Unsicherheit bei der Materialbeschaffung muss sich Gigaset – ebenso wie zahlreiche andere Unternehmen – stellen. Die langjährigen und etablierten Geschäftsbeziehungen mit Partnern werden dabei von Vorteil sein.

Aktualisierte Gesamtaussage des Vorstands für 2021

Auf Grundlage aktueller Informationen zum weiteren Geschäftsverlauf ist der Vorstand am 22. November 2021 zu dem Ergebnis gekommen, dass die bisherige Unternehmensprognose zu adjustieren ist. Dies wurde dem Kapitalmarkt in Form einer Ad hoc Meldung sowie einer begleitenden Pressemeldung kommuniziert.

Bislang erwartete das Unternehmen eine leichte Umsatzsteigerung verglichen mit dem Vorjahr (EUR 214,2 Mio). Nun wird ein Umsatz von mindestens EUR 210 Mio erwartet, wobei die Erreichung der ursprünglichen Umsatzannahme unverändert möglich ist. Der tatsächlich zu erzielende Umsatz ist maßgeblich abhängig von der aktuellen wie zukünftigen Lieferfähigkeit von Vorlieferanten des Unternehmens, insbesondere im Bereich der Halbleiter.

  • Der erwartete positive Free Cashflow auf Vor-Corona-Niveau (2019: EUR 1,2 Mio) wird sich nun voraussichtlich zwischen EUR -20 und -5 Mio bewegen.
  • Beim EBITDA wird nicht länger ein leichter, sondern nun ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr (EUR 1,9 Mio) von mindestens EUR 7,5 Mio erwartet.

Der vollständige Bericht zum dritten Quartal und den ersten neun Monaten 2021 steht hier zum Download zur Verfügung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.