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Kamera zu Hause Quelle: iStock.com/ismagilov

Smart Home: Sicherheit, die fliegt und brummt

30. November 2020 Veröffentlicht von Raphael Doerr

Auch wenn es in Deutschland noch nicht so weit ist, das Ring-Ding, das Amazon jetzt vorgestellt hat, zeigt was uns in puncto Sicherheit und Überwachung in Zukunft erwarten könnte: eine fliegendes Auge, mit den Namen Always Home Cam. Die auf Smart-Home-Produkte spezialisierte Amazon-Tochterfirma Ring hat nämlich eine Drohne namens Always Home Cam vorgestellt, die Wohnungen bei Abwesenheit der darin lebenden Menschen überwacht.

Das geht im Prinzip sehr einfach: Man macht mit der Drohne einen Rundgang durch das Haus bzw. die Räume, die zur Sicherheit überwacht werden sollen. So bringt man der KI in der Drohne eine feste Flugroute bei, die sie dann zu vorgegebenen Zeiten abfliegt, um einen Blick in jeden gewünschten Winkel des Haushalts zu werfen und Videos davon aufzuzeichnen. Was die Drohne sieht, das sieht auch der User auf seinem Smartphone wenn er will, die Kurzvideos werden dabei automatisch gespeichert. Die maximale Flugzeit beträgt allerdings nur 5 Minuten, allzu groß sollte das Haus oder die Wohnung also nicht sein. Wird die Always Home Cam mit einer Ring-Alarmanlage verbunden, kann sie auch bei Bedarf ausschwirren, um die Ursache einer Alarm-Auslösung zu erkunden.

Sicherheit: Es brummt und summt zu Hause

Die Ring Always Home Cam ist eine fliegende Kamera-Drohne, die Live-Bilder auf das Smartphone bringt. Sie fliegt entweder auf Befehl an einen bestimmten Ort oder reagiert auf Lärm und Bewegung, wenn ihr nicht zu Hause seid. Amazon entschärft allerdings mögliche Spionage-Flüge: Die Drohne ist absichtlich sehr laut, damit man bemerkt, wenn man gefilmt wird. Aufgenommen wird nur während des Fluges. Ist der Akku schwach, fliegt die Always Home Cam automatisch in ihre Ladestation zurück. Angekündigt ist die fliegende Überwachungskamera, die zur Sicherheit dienen soll in den USA für 2021, sie soll etwa 250 US-Dollar kosten. Ob und wann sie in Deutschland verfügbar sein wird, ist nicht bekannt.

Damit keiner auf die Idee kommt, das fliegende Überwachungsauge könnte heimlich irgendetwas filmen, das so nicht geplant war, hat der Hersteller vorgesorgt, die Always Home Cam summt während der Aufnahme in einer bestimmten Lautstärke und macht so die Menschen in ihrer Umgebung auf sich aufmerksam. Zudem blockiert die Ladestation die Sicht der Kamera und die Kamera zeichnet nur im Flug auf. Das laute Brummen hat natürlich einen Nachteil: Das hört auch der Einbrecher und dies könnte im Ernstfall zur Zerstörung der Drohne führen. Und ganz so intelligent ist die Überwachungsdrohne nicht, denn sie fliegt immer nur  auf vordefinierten Flugrouten, so dass die Kamera nicht völlig autonom ungewöhnlichen Geräuschen oder Bewegungen auf den Grund gehen kann. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Drohne in der Praxis bewährt und auf welche schlaue Ideen die Einbrecher kommen, um die Drohne abzuwehren. Was sicherlich bleibt bevor sie möglichweise zerstört wird, sind schöne Videos und mit Glück auch das Gesicht des Einbrechers.

Wie das US Magazin Wired schreibt, hat die fliegende Drohne die auf dem jährlichen Hardware-Event von Amazon angekündigt wurde , den anderen vorgestellten Neuheiten wie z.B.  neuer Echo-Produkte, Alexa-Updates und einer sprechenden Mikrowelle, die Show gestohlen, denn sie hat gezeigt, wie weit Amazon bereit ist, in jeden Raum Ihres Hauses zu gelangen. Wie Jamie Siminoff, Ring’s Gründer und „Cheferfinder“ gegenüber dem Magazin The Verge erklärt, sei die Idee hinter der Always Home Cam, mehrere Blickwinkel im ganzen Haus bereitzustellen, ohne dass mehrere Kameras verwendet werden müssen.

Laut Ring kann die Kamera für einfache Dinge verwendet werden, z. B. um zu überprüfen, ob ein Herd eingeschaltet oder ein Fenster offen gelassen wurde oder ob eine Tür verschlossen ist, wenn Sie nicht zu Hause sind. Es verfügt über eine Technologie zur Vermeidung von Hindernissen, mit der Objekte auf seinem Weg vermieden werden können. Die ummantelten Propeller verhindern Sachschäden oder Verletzungen von Haustieren oder einer Person, die mit der Drohne kollidieren könnten.[1] Sollte die fliegende Kamera etwas entdecken, während Sie nicht zu Hause sind, wird der Anwender über die Ring-App, die er auf seinem Smartphone installiert hat, benachrichtigt. Eine manuelle Steuerung über die App ist nicht möglich.

Auf YouTube sieht man, wie das Ganze funktioniert.

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