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Fledermaus

Every breath you take…oder wie Smart Speaker Leben retten können

15. Juli 2019 Veröffentlicht von Raphael Doerr

“Every breath you take, every move you make, every bond you break, every step you take, I’ll be watching you. Every single day. Every word you say….” Als die britische Band „The Police“ mit Frontmann Sting 1983 den Song „Every Breath you Take“ veröffentlichte, gab es weder Alexa noch Siri und die drei Wissenschaftler und Gründer von „Sound Life Sciences“, Shyam Gollakota, Jacob Sunshine und Nick Mark, waren noch nicht auf der Welt. Aber vielleicht hat der Song sie ja später inspiriert, wir wissen es nicht, aber das Ergebnis ist verblüffend. Und zeigt, was in naher Zukunft im Bereich der Gesundheitsprävention möglich ist, wenn man einen smarten Speaker, wie den Gigaset L800HX mit Alexa-Integration und der richtigen Software kombiniert: so können z.B. Herzinfarkte erkannt und vermeiden werden.

Audiomuster erkennen drohenden Herzinfarkt

Ein drohender Herzinfarkt kann auch Zuhause passieren – ohne dass die Opfer überhaupt noch eine Chance haben, Hilfe zu holen. Smarte Assistenten wie Amazon Alexa oder Google Assistant könnten hier künftig Leben retten. „Forscher der University of Washington haben eine Software App entwickelt, die klassische Audiomuster bei einem Herzinfarkt – vor allem die dabei typische Schnappatmung – erkennt, und dann selbstständig einen Notruf absetzt. Dafür, so die amerikanische Zeitschrift Engadget, haben die Wissenschaftler eine Vielzahl von Anrufen beim US-Notdienst 911 analysiert.“

Mit Hilfe künstlicher Intelligenz, so die digital Plattform Lead, „Erkennt die Software mit einer Sicherheit von rund 99 Prozent, wenn ein Nutzer gerade einen Herzinfarkt erleidet. Assistenten wie Alexa oder Siri würden dann noch einmal nachfragen, ob alles in Ordnung ist. Erfolgt keine Antwort, alarmieren sie automatisch den Notarzt und versorgen ihn mit allen wichtigen Daten wie Namen und Adresse des Betroffenen.“ Um die Entwicklung möglichst schnell auf den Markt bringen zu können, haben die Wissenschaftler ihre eigene Firma „Sound Life Sciences“ gegründet.

Funktionsweise der App

Die Software nutzt die eingebauten Mikrofone und Lautsprecher der smarten Speaker oder Smartphones und verwandelt diese in ein Kurzstrecken-Sonarsystem, das Atembeschwerden erkennen kann. Dank der ausgeklügelten Mikrofontechnik und Echokompensation eignet sich der neue Gigaset Smart Speaker L800HX besonders dafür.  Im Prinzip funktioniert die Lösung wie ein Sonarsystem bei Fledermäusen. Um sich in der Dunkelheit orientieren, oder ihre Beute besser orten zu können, benutzen Fledermäuse ein Sonarsystem. Sie können den Abstand zu reflektierenden Objekten durch die Laufzeit des Echos ihrer eigenen Ultraschalllaute bestimmen. Je schneller das Echo kommt, desto näher befinden sie sich an einem den Ultraschall reflektierenden Objekt.

Soundlifesci_Howitworks

Von Fledermäusen lernen

Die Lautsprecher senden kontinuierlich unhörbare „Zwitscher“ aus, und diese Schallwellen prallen vom Benutzer ab, bevor sie zum Mikrofon des Telefons zurückkehren. Während die Schallwellen zwischen dem Telefon und dem Benutzer hin und her pingen, verfolgt die App alle Änderungen am akustischen Signal, die auf eine Bewegung hinweisen. Bei regelmäßiger Atmung erzeugt das Auf und Ab der Brust winzige Variationen im Signal, die die App wie gewohnt registriert. Wenn eine Person extrem langsam atmet (weniger als sieben Atemzüge pro Minute) oder ganz stoppt, bleibt das Signal konstant und die App diagnostiziert, dass etwas nicht stimmt. Nach 30 Sekunden ohne Atemzug löst die App einen Alarm aus. Wenn der Benutzer nicht antwortet, werden automatisch die für den Notfall angegebenen Freunde oder Familienmitglieder des Benutzers angerufen.

„Wir haben das System so konzipiert, dass es einen mehrstufigen Ansatz verfolgt, bei dem Sie den Benutzer nicht stören werden, wenn Sie nur ein einzelnes zentrales Apnoe-Ereignis haben oder eine Dauer von 10 Sekunden, bei der die Person nicht atmet“, betont Shyamnath Gollakota, Associate Professor für Informatik und Ingenieurwesen in Washington und Gründer von Sound Life Sciences .

Für Sheila Vakharia, Managerin der amerikanischen Drug Policy Alliance, könnte die App wegweisend für weitere Anwendungen werden. „Ich finde, dass es genau die Art von Technologie und Innovation ist, an die wir denken müssen. Wie entwickeln wir Technologien, die erkennen, dass Menschen sich an Hochrisikopraktiken beteiligen werden, wie entwickeln wir Lösungen, die tatsächlich auf der Realität beruhen.“

Auch wenn viele Datenschutzfragen vorerst noch ungeklärt sind, und die App noch nicht in Deutschland zu haben ist, so zeigt das Beispiel doch, was für ein Potential Smart Speaker in Kombination mit VPAs und innovativen Apps haben. Kann sein dass es nicht jedermanns Sache ist, wenn ein smarter Lautsprecher kontinuierlich die Atmung überwacht, für herzkranke Menschen wäre eine solche Lösung im Notfall lebensrettend und darauf kommt es an…

 

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