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Image of a girl with a smartphone in hands. She presses on the trash can icon. The concept of deleting files, contacts, putting in order, cleaning service etc. Quelle: iStock.com/SvetaZi

Smartphones: Was tun, wenn der Speicher voll ist?

27. Mai 2022 Veröffentlicht von Jana Greyling

Das kennen wir alle, Gegenstände, die im Weg stehen, lange nicht mehr gebraucht wurden oder viel Platz im Wohnbereich einnehmen, landen häufig auf dem Speicher oder im Keller. Und dort liegen sie, und liegen sie. Spätestens jetzt ist es Zeit, sich die Frage aller Fragen zu stellen: Benötige ich das Wirklich noch? Und diese natürlich auch ehrlich zu beantworten. Das fällt vielen Menschen nicht leicht, denn hier kommt der sogenannte Endowment-Effekt ins Spiel. Übersetzt heißt das soviel wie Besitztumseffekt. Laut dieser Theorie schätzen Menschen den Wert eines Gegenstands als höher ein, wenn sie ihn selbst besitzen. Dazu kommt noch verstärkend, dass Menschen stärker auf einen Verlust als auf einen Gewinn reagieren. Gegenstände, die erst einmal in unseren Besitz geraten sind, lassen wir also nicht so ohne Weiteres wieder los. Das trifft auch auf Apps, Musiklisten, Videos, Bilder etc. auf unserem Smartphone zu. Dort haben wir im Laufe der Zeit den Speicher langsam aber sicher vollgestopft. Mit Lieblingssachen, wertvollen Erinnerungen aber auch mit viel Müll. Nun geht nichts mehr rein und das Smartphone meckert: Der Speicher ist voll.

Die unmissverständliche Aufforderung dahinter heißt: Schaffe neuen Speicherplatz. Doch den einfachsten Weg dies zu machen kennen viele Nutzer gar nicht. Eine Umfrage des US-amerikanischen Technikportals Android Authority zeigte: Nahezu die Hälfte der Befragten hat diese Möglichkeit, Telefonspeicher freizugeben, noch nie genutzt. In diesem Blogbeitrag zeigen wir, wie das geht und worauf man dabei achten sollte.

Erst analysieren, dann finden, dann löschen

Um Speicherplatz freizugeben bietet Android selbst in den Einstellungen unter “Speicher” eine einfache und zuverlässige Analyse an, um überflüssige Dateien zu finden und Speicherplatz freizugeben. Unter aktuellem Android 12 ist das etwa mit der integrierten “Files App” möglich, die aber auch separat im Google Play Store heruntergeladen werden können. Die App ist bei Android 12 standardmäßig ins System integriert. Man findet sie, wenn man direkt in die Android-Einstellungen geht. Dort taucht sie dann unter “Speicher” auf. Die App ist sehr übersichtlich aufgebaut und zeigt Ihnen auf einen Blick “Junk Dateien”, “Alte Screenshots”, “Große Dateien”, “Nicht verwendete Apps”, “Foto-Duplikate” und vieles mehr an,“ schreibt die PC Welt. Wer noch eine ältere Android-Version nutzt, dem empfiehlt das Magazin, eine entsprechende Analyse-App aus dem Google Play Store zu nutzen. Zum Beispiel den „ Android Assistant “ oder andere sogenannte Cleaner Apps.

Die geheimen Verstecke der Apps

Wer also wirklich gründlich aufräumen will, der muss den Cache leeren, denn nur so kann man wertvollen Speicherplatz freigeben. Der Cache ist ein Puffer-Speicher, der Zugriff auf ein Hintergrundmedium möglich macht, beispielsweise ein im Hintergrund gespeichertes Bild, ein Video etc.. Das sind temporäre Daten, die dort für ein schnelleres erneutes Zugreifen zwischengespeichert sind.

Infokasten: Was ist ein Cache

Der Begriff „Cache“ leitet sich vom französischen Wort „la cachette“ oder „la cache“ her und bedeutet übersetzt so viel wie „das Versteck“. Er ist also ein versteckter Zwischenspeicher oder Puffer, der bei der Nutzung von bestimmten Anwendungen sowie Browsern angelegt wird. Wenn Sie beispielsweise im Internet surfen, lädt das Endgerät, welches Sie dabei verwenden, mehrere solcher Caches herunter und speichert bestimmte Daten temporär ab. Dies dient dazu, bei dem erneuten Aufrufen einer bereits besuchten Webseite oder einer Anwendung eben diese Daten schneller wieder zu laden. Dies spart nicht nur Zeit, sondern auch Leistung ein.

Ein Cache ist ein reservierter Speicherplatz, der temporäre Daten sammelt. Dieser wird entweder lokal auf Ihrem Computer, Smartphone oder anderen Medien erstellt, um Webseiten, Browser oder Apps schneller laden zu können. Greifen Sie bspw. regelmäßig auf eine Webseite zu, speichert Ihr Browser deren Inhalte im Cache ab. Für Sie als Nutzer ist dieser Zwischenspeicher nicht sichtbar und wird systemseitig angelegt. Rufen Sie die Seite nun erneut auf, werden die Inhalte schneller geladen. Caches bieten drei entscheidende Vorteile: Zunächst wird die Systemleistung verbessert, indem alles schneller lädt. Zweitens können Anwendungen teilweise offline arbeiten, falls Sie keinen Internetzugang haben, da wichtige Daten zwischengespeichert sind. Und drittens werden Daten zur späteren Verwendung gespeichert, damit ressourceneffizient die Daten nur einmal heruntergeladen werden müssen.

Trotz der Vorteile kann der Cache auch zu Problemen führen. Grund hierfür können fehlerhafte Daten im Cache sein oder dass der Cache einfach zu viel Speicherplatz einnimmt.

Da hilft nur eins: Leeren Sie den Cache!

Alles sauber oder was?

Ähnlich wie auf PC-Festplatten bleibt auch im Smartphone-Speicher einiges hängen, was nicht gebraucht wird, zum Beispiel beim Deinstallieren von Apps. Cleaning-Tools wie das kostenfreie “SD Maid – Systemreiniger” (Android) oder die App Clean Master entfernen zuverlässig Dateirückstände und nicht genutzte Dateien. Über SD Maid schreibt die PC Welt, dass er der heimliche Meister unter den Android-Cleanern ist. „Der umfangreiche Putzteufel geht beim Geräte-Putz besonders gründlich vor und stellt Nutzern gleich mehrere virtuelle Staubsauger zur Verfügung. Ein Leichenfinder beseitigt nutzlose Überbleibsel längst vergessener Anwendungen, App- sowie System-Cache lassen sich separat von Altlasten befreien und ungenutzten Datenbanken rückt die SD Maid ebenfalls zu Leibe. Auch stark: Ein Duplikate-Finder listet gedoppelte Fotos, Musikstücke oder Dokumente auf und verbessert damit oft auch die Handhabung von Media-Playern oder der Galerie.“ Durch so einen Reinigungsdurchlauf können häufig einige hundert Megabyte freigegeben werden. Ein besonders großer Faktor ist dabei der Systemcache, aber auch Datei-Dubletten können mehr Speicherplatz wegnehmen, als man gemeinhin annehmen würde.

Was sollte man noch berücksichtigen?

Smartphones nehmen Videos in Full-HD auf und dabei fallen natürlich riesige Dateien an. Um herauszufinden, welche Dateien den meisten Speicherplatz benötigen, kann man sich in Google Files die größten Dateien auf dem Handy anzeigen lassen. Da kommen schnell ein paar Gigabytes zusammen. Vor allem Videos die über WhatsApp kommen haben einen kurzen Erinnerungswert und sollten gelöscht werden. Wer sich davon aber partout von seinen Bildern und Schnappschüssen nicht trennen kann, der sollte sie wenigstens auslagern. Für wenig Geld bekommt man schon viel Speicherplatz in der Cloud, oder man legt seine Bilder bei Google Photos ab, das ist kostenfrei und geht recht einfach.  Das hat außerdem den Vorteil, dass die Dateien sicher sind, selbst wenn das Handy kaputt oder verloren geht. Durch das Löschen von App-Caches, irrelevanten Apps und uninteressanten Videos und Fotos kann man Speicherplatz gewinnen. Das sind in der Regel ein paar Gigabyte, das ist nicht die Welt, aber wie heißt es schon treffend: Kleinvieh macht auch Mist.

Echte Musikliebhaber laden sich ihre Lieblingssongs natürlich herunter, um sie immer dabei zu haben. Das ist natürlich unsinnig, wenn man  Spotify, Soundcloud, Deezer oder Google Play Music oder einen anderen Musikdienst nutzt. Auch wenn die Offline-Option reizvoll ist, sollte man die Finger davon lassen. Das trifft auch auf Videofilme zu, die Netflix-User gerne mal herunterladen. Durch das Herunterladen von Musiklisten kommt man schnell mal auf 10 GB plus. Und das belastet den Speicher.  Das trifft übrigens auch auf die Podcasts zu. Schnell hat man da ein halbes Dutzend abonniert, die man gar nicht regelmäßig hört, die aber im Hintergrund stets die neue Folgen herunterladen. Da kommt einiges zusammen. Besser ist es, man screent monatlich durch und was man gehört hat wird gelöscht und alte Podcasts, die man nicht mehr nutzt kommen auf den Datenmüll und werden entsorgt. Jeder Podcast verfügt über eine Einstellung zum automatischen Löschen der bereits gehörten Beiträge, den sollte man unbedingt aktivieren.

Apps fressen Speicher

Noch ein paar Tipps sollten beim großen Reinemachen und Cache leeren berücksichtigt werden, ganz im Sinne der Masterfrage: Brauche ich das noch?

  • Apps fressen Speicher und Strom

Auch wenn sie nicht benutzt werden. Ein Frühjahrsputz-Tipp der Experten lautet: Trenn dich von allem, das du mindestens einen Monat nicht verwendet hast. Sollte es dir danach aus irgendeinem Grund fehlen, lad die App einfach noch einmal herunter.

  • Homescreen nutzen und Apps organisieren

Die restlichen Anwendungen auf einem Handy kannst du übrigens aus ästhetischen, aber auch Effizienzgründen kategorisieren. Zunächst kannst du beispielsweise die am häufigsten genutzten Apps für den schnellen Zugriff auf deinem Homescreen ablegen. So hast du alles im Blick, was dir wichtig ist. Auch eine gute Möglichkeit, dein Handy aufzuräumen.

  • Helfer-Apps zur Speicherbereinigung

Man kann die regelmäßige Bereinigung des Speichers manuell durchführen, schneller und einfacher geht es aber wenn man eine App als Helfer verwendet. Avast Cleanup for Android ist so ein Helfer. Dieses kostenlose Tool durchsucht das Smartphone gründlich. Es löscht Cache-Dateien, unnötige Ordner und nicht verwendete Apps im integrierten Speicher und entfernt auch speicherhungrige Apps aus dem Arbeitsspeicher (RAM).

Sicherheits-Check

Experten empfehlen immer wieder, Passwörter und Updates regelmäßig zu überprüfen. Das Smartphone Betriebssystem sollte immer auf dem neuesten Stand sein, um Sicherheitslücken zu schließen und so sensible Daten zu schützen.

In regelmäßigen Abständen sollten Nutzer daher Programme und das Betriebssystem aktualisieren. Entwickler merzen mit Updates nicht nur Fehler aus, sondern schließen auch immer wieder mögliche Angriffsstellen, die von Kriminellen ausgenutzt werden könnten. Damit Programme und System auf der Höhe sind, müssen Nutzer teils händisch ein Update bestätigen. Zudem sollten User immer wieder ihre Passwörter ändern, um einem möglichen Zugriff durch Unbefugte vorzubeugen. Laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gilt: Je länger ein Passwort ist, desto besser. Acht Zeichen sollte es mindestens haben und wenn möglich Klein- und Großbuchstaben, Sonderzeichen und Ziffern enthalten. Andere Experten sprechen von mindestens 15 Zeichen.

„Beim Thema Sicherheit und Datenschutz wird immer wieder nachgebessert. Es gibt jedoch einige Grundfunktionen oder Tipps, die schon seit Jahren vorhanden sind, und die das Risiko von Datenschutzverletzungen oder das Einschleusen von Malware verhindern können. Google hat mittlerweile eine komplette Einstellung Sicherheit in den Systemeinstellungen für das Smartphone hinterlegt. Die Webseite android-user zeigt wo und wie diese funktionieren.

1 Kommentar

  • Sukra 15.06.2022

    sehr brauchbare und umsetzbare Hinweise auch für “Nicht-Freaks”

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