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Trend-Serie Smart Care: Teil 2 – Sturzgefahren reduzieren, Stolperfallen vermeiden

8. Oktober 2018 Veröffentlicht von Raphael Doerr

In unserer neuen Blogserie informieren wir Sie über wichtige Themen rund um Smart Care, um Sie bei der Wahl der passenden Lösung bestmöglich zu beraten und zu unterstützen. In diesem zweiten Beitrag beleuchten wir nun das Thema „Sturzgefahren und Stolperfallen“ genauer und zeigen, worauf vor allem Familienangehörige achten sollten, um ältere Familienmitglieder zu schützen und wie die die Gigaset smart care Lösung bei vielen Problemen helfen kann. Lesen Sie auch unseren ersten Beitrag „Digitale Assitenzsysteme“.

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Die Faktenlage

Das eigene zu Hause ist der sicherste Ort der Welt. Da kennt man sich aus und alles ist sicher und vertraut. Doch wer einen Blick auf die Unfallstatistiken wirft, der kommt zu einem ganz anderen Ergebnis. Nirgendwo passieren so viele Unfälle wie im Haushalt. Viele enden sogar tödlich. Zum Vergleich: Bei Unfällen im Straßenverkehr sterben jährlich ungefähr 3.500 Menschen – im Haushalt lassen dagegen jährlich etwa 8.000 Menschen ihr Leben. Laut Robert-Koch-Institut erleiden 2,8 Millionen Bundesbürger im Jahr einen Unfall im Haushalt¹.

Es kann jeden treffen

Stürze in der eigenen Wohnung sind keine Frage des Alters. Weil ein Sturz aber gerade für ältere Menschen oftmals schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben kann, lohnt es sich das Sturzrisiko soweit wie möglich zu vermeiden. Man schätzt, dass etwa 30 von 100 Männern und Frauen über 65 Jahre einmal im Jahr stürzen². 30 bis 70 Prozent dieser Stürze führen bei älteren Menschen zu einer Verletzung. Knochenbrüche, vor allem Oberschenkelhalsbrüche, können die Folge von Stürzen sein. Doch selbst die Stürze, die nicht zu schweren Verletzungen führen, sorgen für Sturzangst bei den Betroffenen. Diese Angst führt zu einer starken Unsicherheit in der Bewegung und zur Verminderung der körperlichen Aktivität³.

Einschätzung des Sturzrisikos

Bei der Einschätzung des Sturzrisikos kommt es darauf an, extrinsische (von außen bestimmt) und intrinsische (altersbedingt) Faktoren zu prüfen.

  1. Extrinsische Faktoren: Dazu zählen u.a. Funktionsfähigkeit von Geh- und Sehhilfen, Schuhwerk, häusliches Umfeld, zum Beispiel: Stolperfallen, Bodenbeläge, Beleuchtung, Haltegriffe etc.4
  2. Intrinsische Faktoren: Alter, gesundheitlicher Allgemein-zustand, funktionelle Einschränkungen, Erkrankungen mit erhöhtem Sturzrisiko, Lebensgewohnheiten, Angst vor Stürzen.

Wir wollen in diesem Beitrag vor allem die äußeren Faktoren betrachten. Wussten Sie, dass rund 70 Prozent der meisten Stürze auf gleicher Wohnebene, also im Wohn-, Schlafzimmer, Flur und im Bad und nicht auf Treppen, passieren?

Läufer, Trippelschritte und schlechte Beleuchtung

Ältere Menschen trennen sich nur ungern von lieb gewonnen Kommoden, Stühlen, Teppichen, Läufern oder Möbelstücken. Und im Laufe der Zeit, kann es in der Wohnung schon mal eng werden. Und sie haben gelernt, ihre Möbel zu schonen. Die Couch wird abgedeckt und so geschont. Der gute Teppich im Wohnzimmer wird ebenfalls geschont, da wird schnell eine alte Brücke darüber gelegt, damit nichts schmutzig wird. Im Flur liegt dann der Klassiker, der „Läufer“. (Anmerkung für die jüngeren Leser, die den Begriff gar nicht kennen: „Der klassische Ort für den Läufer ist der Flur – aber auch andere lange, schmale Räume eignen sich gut, um dort einen entsprechenden Teppich auszulegen. Im Gegensatz zu einem durchgehenden Teppichboden hat ein Läufer oder eine Brücke den Vorteil, dass ein Teil des Original-Fußbodens sichtbar bleibt.“5 ). Wenn aber aus dem schmucken „Läufer“ im Laufe der Jahre ein welliges und Falten werfendes Etwas geworden ist, dann wird daraus gerade nachts und bei schlechter oder gar keiner Beleuchtung im Flur, eine gefährliche Stolperfalle.

Trippelschritte

Zudem sollte man wissen, dass die Gehgeschwindigkeit im Alter abnimmt, weil ältere Menschen mit der gleichen Geschwindigkeit (Trittfrequenz) kürzere Schritte machen. Der wahrscheinlichste Grund für die verkürzte Schrittlänge ist eine Schwäche der Wadenmuskulatur, die den Körper nach vorne treibt; die Kraft der Wadenmuskeln ist bei älteren Menschen deutlich reduziert6. Rutschende Teppiche oder Bettvorleger sind wahre Stolperfallen und für 20 bis 45 Prozent aller Stürze verantwortlich.

Schlechte Beleuchtung

Katzen können auch nachts sehr gut sehen, Fledermäuse orten noch bei absoluter Dunkelheit Gegenstände perfekt und Menschen? Die verlassen sich beim Gang zur Toilette auf ihren „guten Orientierungssinn“, d.h. das Licht bleibt aus, um Energie zu sparen, die Brille bleibt am Nachttisch liegen, schnell in die Pantoffel geschlüpft und hoch, wenn´s sein muss. Viele Menschen, auch ältere, begeben sich nachts bei völliger Dunkelheit auf den Weg zur Toilette – sie kennen den Weg im Schlaf. Nächtliche Gänge zur Toilette beinhalten als solches schon ein erhöhtes Sturzrisiko, der Risikofaktor lässt sich durch völlige Dunkelheit noch steigern.

Ältere Menschen sind zudem durch altersbedingte Seh- und Wahrnehmungsschwierigkeiten belastet. Das Bild zeigt den Grad der Beeinträchtigung bei Tageslicht, in der Dunkelheit ist das noch extremer.

Makula-Degeneration

Eine gute Beleuchtung ist aber Voraussetzung zu einem möglichst selbstständigen und barrierefreien Leben ist. Defizite der Seh- und Wahrnehmungsfähigkeit können durch ein intelligentes Beleuchtungskonzept, z.B. durch Unterstützung von Bewegungs-sensoren und passenden smarten Lichtlösungen, kompensiert werden. Wir wollen hier nichts dramatisieren, aber eine intelligente Beleuchtung kann hier wirklich hilfreich sein.

Licht durch Bewegung steuern

Als Kommunikationsexperten wissen wir, wie auch Senioren und ältere Menschen einfach und bequem mit Licht kommunizieren können. In unserem Senioren-Assistenzsystem Gigaset smart care wird diese Option integrierbar werden, wenn das System weiter wächst. Unser smart care Angebot ist modular aufgebaut und ist so besonders leicht und preiswert mit weiteren Zusatzfunktionen aufrüstbar. Zum Lieferumgang der beiden Paketen „Gigsaet smart care“ und „Gigaset smart care plus“ gehören je zwei intelligente Bewegungsmelder, die mit Sensoren ausgestattet sind. Sie reagieren aktuell auf Bewegung und können in Zukunft auch mit intelligenten Steckdosen kommunizieren, um so das Licht im Flur oder Bad zu steuern.

Ausblick

Bewegungsmelder als integraler Bestandteil der Lösung

In der Praxis wird das Szenario dann so aussehen: Das Licht im Flur und im Bad, wird automatisch angeschaltet, denn der Bewegungsmelder erkennt die Bewegung und sendet an die intelligente Steckdose an der Stehlampe den Befehl: Bewegung im Flur – Licht einschalten, Bewegung im Bad – Licht anmachen. Im generellen Smart Home Kontext arbeiten unsere Bewegungssensoren so z.B. mit dem Philips Hue Beleuchtungssystem zusammen, mit Google Assistent, Amazon Alexa oder mit conrad connect. Auch das ist ein wesentliches Merkmal unserer „Made in Germany“ Produkte, sie sind sind offen für die Kommunikation mit anderen Herstellern.

Gigaset_motion_Mood

Die Lichtquelle im Flur und im Bad geht automatisch an, sobald die Bewegung registriert wird und geht nach einigen Minuten (kann individuell eingestellt werden) auch automatisch aus. In diesem Fall finden Senioren den Weg ins Bad „nicht im Schlaf“ und tasten sich, desorientiert und wackelig, durch den dunklen Flur, sondern folgen einfach der Lichtquelle, die je nach Einstellung, den Weg ins Bad hell beleuchtet.

Die Gefahr des Stolperns und eines Sturzes kann dadurch erheblich reduziert werden und das Stromsparen funktioniert nebenbei auch. Eine sinnvolle Ergänzung für die smart care Lösung zu Hause. Keine Muss-, sondern eine sinnvolle und wichtige Präventions-Option, die je nach Wohnsituation oder Alter, dazu genommen werden kann, wenn es notwendig ist.

Lichtsteuerung über Sprache

Noch bequemer geht es, wenn das Licht per Sprache ein- und ausgeschaltet werden kann. So können Senioren schon vom Bett aus die Lichtquelle, egal ob im Schlafzimmer, Flur oder Bad, an- und ausschalten, ohne den Lichtschalter erst zu betätigen. Neben dem Komfort steht hier vor allem die Sicherheit im Vordergrund. Der Sprachbefehl „Google. Flurlicht an!“ genügt und das Licht geht an. Zurück im Bett heisst es dann: Google. Flurlicht aus!“ und schon kann entspannt weitergeschlafen werden. Die Beleuchtung ganz so ganz einfach mit dem „Google Assistant“ oder mit „Alexa“ per Sprache gesteuert werden.

Unsere Empfehlung: Zum sicheren Wohnen gehört auch ein sicheres Beleuchtungskonzept, vor allem Nachts. Um Stürze zu vermeiden, koordinieren hier Bewegungsmelder das Lichtmanagement und übernehmen, in Kombination mit Sensoren und entsprechenden Lichtsystemen, die Aufgabe des intelligenten Assistenten, dezent, automatisiert, im Hintergrund. Eine unentbehrliche Hilfe für Senioren.

Zusätzlich gilt es zu überlegen, inwieweit es möglich ist, entsprechende Halte- und Ausruhmöglichkeiten (auf dem Weg zum Badezimmer), z.B. im Flur, anzubringen. Gerade ältere Menschen neigen zu Schwindelanfällen oder haben Kreislaufprobleme, meist bedingt durch die Einnahme von Medikamenten. Auch das erhöht die Sturzgefahr, Haltegriffe im Flur und Bad sind nicht teuer und oft ein unerlässliches Hilfsmittel.

Gesundheitliche Faktoren spielen natürlich eine große Rolle, warum ältere Menschen häufiger stürzen als jüngere. Gleichgewichts-störungen, unsicherer Gang, schwache Muskulatur aufgrund mangelnder Bewegung, niedriger Blutdruck zählen sicherlich zu den häufigsten Risiken. Die Problematik hierbei, diese Risikofaktoren treten sehr oft zusammen auf und ergeben so einen gefährlichen Mix.

Können Bewegungsprogramme helfen?

Für Menschen, die zu Hause wohnen und ein hohes Sturzrisiko haben, kann ein altersgemäßes Trainingsprogramm nützlich sein, das die Muskulatur stärkt und den Gleichgewichtssinn verbessert. Studien belegen, dass solche Programme Stürzen vorbeugen können. Dies gilt sowohl für Gruppenprogramme als auch für ein individuelles Training zu Hause. Allerdings ist es wichtig, sich eine zu den eigenen körperlichen Fähigkeiten passende Bewegungsart auszusuchen7.

Barrierefrei wohnen

Ihr Zuhause ist Ihr Wohlfühlort und soll dies auch im Alter bleiben. Planen Sie daher vor: Schon kleine Veränderungen im eigenen Heim können Barrieren im Alltag aufheben. Ein altersgerechtes bzw. barrierearm gestaltetes Zuhause ist für Senioren nicht nur praktisch, es bedeutet ebenso ein unabhängigeres Wohnen im Alter. Hier finden Sie praktische Tipps und Informationen für ein barrierefreies Wohnzimmer.

Das sollten Sie auch berücksichtigen: Viele Angehörige kennen das Problem, dass Menschen im Alter sehr starrsinnig reagieren. Viele Senioren reagieren auf gut gemeinte Ratschläge und Hilfen mürrisch oder sogar aggressiv8. Gehen Sie damit verständnisvoll um. Senioren kaufen sich selbst bestimmte keine „smart care Lösung“. Warum auch, geht doch auch so. Wenn Sie also mit dem Gedanken spielen, ihren Eltern oder Familienangehörigen ein entsprechendes Produkt zu kaufen, dann fangen sie nicht zuerst mit der „Lösung“ des Problems an, sondern mit der Ursache.

Smart_Care_Vater_Tochter

Wechseln Sie die Perspektive

Und gehen in die Wohnung oder Haus der Eltern und sehen Sie sich in Ruhe um. Nehmen Sie die Checklisten in die Hand und überprüfen die wichtigsten Punkte dabei. Dann überlegen Sie, was wirklich notwendig ist und was für den Beginn sinnvoll ist. Nicht die Senioren müssen mit den Geräten und der Technik klar kommen, sondern auch Sie selbst. Und Technik muss einfach sein und verstanden werden. Wenn das „gute Gefühl“ später ausbleibt, weil zu viel Technik und unnütze Spielereien im Vordergrund stehen, bringt das wenig.

Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass die Smart Care Lösung auch erweiterbar ist, am besten nach dem Baukastenprinzip und welche weiteren Module oder Schnittstellen für andere Geräte angeboten werden, falls die Wohnsituation der Senioren sich ändert und weitere Assistenzsysteme notwendig werden. Und achten Sie darauf, ob die Lösung auch „Made in Germany“ ist, denn bei Smart Care geht es oftmals auch um sehr sensible und persönliche Daten und diese sollten wenn möglich auch in Deutschland verwaltet werden, so wie Gigaset das macht.

Unsere Empfehlung ganz unabhängig von Assistenzsystemen: Entfernen Sie alle Stolperfallen, stellen Sie sicher, dass Kabel immer nur direkt an den Fußleisten entlang liegen und sichern Sie Teppichkanten. Bringen Sie Haltegriffe und Handläufe dort an, wo Sie sich oft aufhalten und sich viel bewegen. Sorgen Sie außerdem immer für eine ausreichende Beleuchtung und versehen trickreiche Stellen, wie beispielsweise Stufen, mit deutlich sichtbaren Markierungen. Außerdem sollte das Mobiliar, besonders Sitzgelegenheiten, möglichst gut an die Körpergröße der betroffenen Person angepasst sein9. Wenn Sie unsicher sind, inwieweit die Wohnung der Eltern schon stolperfrei und damit barrierefrei ist, im Internet finden Sie entsprechende Checklisten, die Ihnen bei der Überprüfung helfen:

  1. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  2. Checkliste barrierefreies Wohnen
  3. Checkliste AOK

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