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Nachhaltigkeit bei Gigaset

Nachhaltigkeit im Fokus: Gigaset führt Grasverpackung ein

2. Juni 2020 Veröffentlicht von Raphael Doerr

Verpackungsmüll stellt im Kontext von Nachhaltigkeit und ökologischem Bewusstsein für Verbraucher und Unternehmen ein zunehmendes Ärgernis dar. Vor allem Plastik ist in den Fokus gerückt, doch jede Form der Verpackung verursacht einen ökologischen Fingerabdruck, z.B. hinsichtlich der CO2-Bilanz eines Unternehmens. Gigaset unternimmt daher mit der Einführung einer neuartigen Grasverpackung für erste Produkte einen weiteren Schritt in seiner Umweltagenda.

Nachhaltig für Deutschland und die Welt

Als in Deutschland ansässiges Unternehmen gelten für Gigaset schon immer strenge Regeln und Umweltauflagen. Das Thema Nachhaltigkeit findet sich in zahlreichen Facetten wieder – angefangen bei logistischen Themen, technologischen Neuerungen oder dem strikten Recycling von Produktionsmaterialien.

Bei seinen Verpackungen setzt Gigaset seit längerem auf Wellpapplösungen, um einerseits die größtmögliche Nachhaltigkeit zu erzielen und gleichzeitig in der Lage zu sein, automatisiert und stabil zu verpacken. Aktuell liegt der Recyclinganteil dieser Verpackungen bei >90%.

Ein großer Schritt in Richtung CO2-Reduktion wurde mit der massiven Verkleinerung von Verpackungsgrößen unternommen. Der Verbraucher kennt den Trick, der lange von Unternehmen genutzt wurde und auch heute noch bei Waschpulver oder Müsli sehr verbreitet ist – die Verpackung ist viel größer als das was darin ist. Damit wurde – aus Marketingsicht – dem Verbraucher “mehr fürs Geld” suggeriert. Gigaset hat sich aus diesem Spiel schon vor Jahren verabschiedet und die Verpackungsgrößen während der vergangenen Jahre immer weiter reduziert, um so auch materialseitig möglichst wenig zu verbrauchen.

CO2-Bilanz im Blick

Für Gigaset spielt vor allem die konsequente Reduktion der CO2-Bilanz eine große Rolle. Das Thema Verpackung ist hier nur einer von zahlreichen Bausteinen, die das Unternehmen bereits umgesetzt hat. Auch mittels anderer Maßnahmen, wie zum Beispiel der Umstellung der Beleuchtung am Produktionsstandort Bocholt, das konsequente Recycling von sämtlichen Produktionsmaterialien oder die Planung neuer Energiekonzepte aus grünem Strom fließen in die Bilanz von Gigaset ein.

Als der Vorstand sich 2018 dazu entschloss die Produktion von Smartphones nach Deutschland zu verlagern geschah dies unter verschiedenen Gesichtspunkten, aber eben auch unter solchen der Nachhaltigkeit. “Durch die Produktion von Smartphones in Deutschland haben wir eine ganze Reihe von positiven Effekten erzielt”, so Reinhold Kempkes, COO bei Gigaset. “Wir haben die Digitalisierung am Standort vorangetrieben und im Rahmen unserer Industrie 4.0 Projekte die Interaktion zwischen Mensch und Maschine gefördert (MMK). Wir haben die Flexibilität der Produktion und der damit verbundenen Logistik massiv erhöhen können. Wir sind in der Lage nun maximale Individualisierung, gerade auch mit Blick auf B2B-Anfragen zu realisieren. Wir können Service und Reparaturen direkt vom Standort Bocholt aus realisieren und generieren damit einen Kreislauf der permanenten Produktverbesserung. Und wir können Bauteile, die wir aus Asien beziehen müssen, als Bulk-Ware deutlich platzsparender transportieren und damit ebenfalls CO2 einsparen.”

Lokale Partner für den Fortschritt

Die Produktion in Deutschland bedeutet für Gigaset auch mit Partnern in Deutschland, bzw. in der Umgebung zu Arbeiten, um so kurze Logistik-Ketten zu realisieren und erneut CO2 durch kurze Transportwege zu sparen. Gemeinsam mit dem Verpackungsspezialist Gissler & Pass hat Gigaset 2019 ein neues, nachhaltiges und lokales Verpackungskonzept für seine Smartphones entwickelt. Die Vorgaben für die neue Verpackung aus Graspapier waren Formgebung, Funktionalität und Nachhaltigkeit. Perspektivisch sollen so mehrere Ziele erreicht werden: Reduktion der CO2 Emissionen, Förderung lokaler Kooperationen sowie die Vereinheitlichung der Verpackungsmaterialien, -Designs, und -Konzepte.

Bewusste Entscheidung für die Umwelt

Seitens des Marketing stellte sich während der Entwicklungsphase die grundsätzliche Frage, ob das neue Design, also die durch den Einsatz von Graspapier erzeugte neue Haptik der Verpackung, mit einer raueren Oberfläche sowie dem natürlich-ökologisch anmutenden Farbeindruck dem Kunden zusagen würden.

“Wir hatten Sorge, dass Kunden unsere Verpackung als minderwertig einstufen würden”, so Jörg Brühl, SVP Marketing bei Gigaset. “Im Laden glänzen lackierte und mit Folien beschichtete Verpackungen um die Wette. In sogenannten “Unboxing” Videos huldigen YouTuber schon nur dem Verpackungserlebnis, aber all das geht zu Kosten der Umwelt.”

Entsprechend wurde eine Marktforschung durchgeführt und in mehreren Produktzyklen die Eigenschaften der Verpackung optimierte. Das Ergebnis war eine Verpackung, die laut Marktforschung vor allem sehr gut in einer jungen Zielgruppe aufgenommen wird, die sich der ökologischen Verantwortung bewusst ist und ein entsprechendes Verhalten seitens der Marken erwartet und zudem hervorragende Eigenschaften mit Blick auf Nachhaltigkeit, Robustheit und Mechanik aufweist.

Der Weg zum Graspapier

Für die neue Grasverpackung, die aktuell bei den Modellen GS290 und GX290 zum Einsatz kommt, verwendet Gigaset nicht wie sonst eine E-Welle Wellpappe, sondern eine F-Welle. Diese kombiniert mechanische Vorteile mit der Anmutung eines Vollkartons zu reduziertem Materialeinsatz. Die Verpackungen sind vollständig aus offsetbedrucktem Graspapier gefertigt und zwar durchgängig: Innendecke und Welle aus 140g Graspapier, Außendecke aus 170 gr Graspapier.

Graspapier ist ein schnell nachwachsender Rohstoff aus lokalen Quellen. Die Herstellung bezüglich Wasserverbrauch, Energieverbrauch und Chemikalieneinsatz stellt eine noch positivere Ökobilanz dar. 30% der bereits zu >90% aus Recyclingmaterial bestehenden Kartonage wurden hier nun durch Graspapier ersetzt. Die verbleibenden 70% bestehen zu 100% aus Recyclingmaterial.

“Grasverpackung mag banal klingen, aber diese zu entwickeln und für die Massenproduktion zu perfektionieren war ein langer und herausfordernder Weg”, so Thomas Lebeus, Material Group Manager bei Gigaset. “Die Grasverpackung beinhaltet zwei Teile, den Hauptkarton mit Gefache und das Inlay. Beide Teile werden gestanzt und als flacher Zuschnitt auf Palette angeliefert. Der Hauptkarton wird in den Produktionslinien automatisiert aufgerichtet und verklebt wobei das Gefache als einfaltbares Tray inkludiert ist und somit gleichzeitig den Präsenter für das oben aufliegende Smartphone darstellt. Über dem Tray runden Staubschutzlaschen die Faltung ab und schützen zusätzlich vor unkontrolliertem Herausfallen. Unter dem Tray können Zubehörteile sortiert aufgenommen werden. Ein Inlay wird, wie auch die anderen Zubehörteile, während der Kartonbefüllung durch einen energieeffizienten MRK-Roboter eingesetzt. Stecklaschen ermöglichen das Wiederverschließen der Kartonage und richten gleichzeitig das Inlay auf und halten es auf Spannung.”

Was so komplex und langwierig war, führte am Ende zu einem perfekten Ergebnis. Mit Blick auf eine insgesamt optimierte und nachhaltige Verpackungslösung ist es im Rahmen mehrerer Optimierungsschleifen gelungen, bei der Verpackung vollständig auf Plastik zu verzichten. Der Verpackungsaufkleber ist ebenfalls aus Graspapier, die Bedienungsanleitung ist zu 100% aus Recyclingpapier. Die Verpackung ist FSC zertifiziert und recyclebar. Ein wichtiger Schritt hin zu einer optimierten CO2-Bilanz und der Erfüllung der Verantwortung als nachhaltiges Unternehmen.

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