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Was ist 5G? Das wohl schnellste mobile Netz der Welt – Teil 2

30. August 2021 Veröffentlicht von Jana Greyling

Die Anzahl der weltweit verkauften Smartphones belief sich im Jahr 2020 auf rund 1,28 Milliarden Stück. 225 Millionen davon waren bereits 5G-Smartphones. 2021, so schätzen die Experten von J.P. Morgan, wird sich die Zahl mehr als verdoppeln und auf ca. 525 Millionen klettern. Für das Jahr 2022 schätzen die Experten, wird sich das Gesamtvolumen auf  ca. 725 Millionen Einheiten einpendeln.”

Immer mehr 5G-fähige Geräte kommen auf den Markt. In den vergangenen zwölf Monaten sollen rund 149 neue Smartphones in Deutschland auf den Markt gekommen sein, 80 davon mit 5G-Funktion. Noch höher sei der Anteil der 5G-Geräte im Angebot der Netzbetreiber. Im Durchschnitt sind hier zwei von drei der angebotenen Smartphones mit der neuen Technologie ausgestattet: Am deutlichsten ist das bei Vodafone (73 Prozent Anteil) zu sehen, am meisten zurückhaltend ist bislang Telefónica – hier ist nur jedes zweite Gerät 5G-fähig (51 Prozent 5G-Anteil).

Der neueste Ericsson Mobility Report berichtet, dass 2020 weltweit sogar mehr als 300 5G-Smartphone-Modelle angekündigt oder kommerziell eingeführt wurden, und trotz der Halbleiterknappheit wird erwartet, dass die weltweiten Smartphone-Lieferungen im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr um 7 % steigen werden.

Der Bericht prognostiziert für 2026 weltweit 3,5 Milliarden 5G-Verträge, was 40 Prozent aller Mobilverträge ausmachen wird.

Laut dem Verbraucherportal Verivox kann die 5G-Netzdichte mit der Smartphone-Verfügbarkeit noch nicht mithalten. Dabei sei die Abdeckung je nach Netzbetreiber sehr unterschiedlich. „Die Deutsche Telekom versorgt nach eigenen Angaben 80 Prozent der Bevölkerung mit 5G, Vodafone gibt knapp ein Drittel Versorgungsdichte an. Telefonica funkt erst in einigen Großstädten mit 5G; 1&1 hat noch kein eigenes Netz aufgebaut“, erklärte das Vergleichsportal.

  • Nach Angaben der Telekom sind deutschlandweit bereits mehr als 50.000 Antennen mit 5G – in rund 5000 Städten und Gemeinden im Einsatz. Etwa 66 Millionen Menschen der Bevölkerung können bereits mit schnellem Mobilfunk versorgt werden – das entspricht etwa 80 Prozent der Bevölkerung. Bis Jahresende sollen es laut Konzern 90 Prozent sein.
  • Ende 2020 haben die Vodafone-Techniker alle 20 Minuten eine neue 5G-Antenne an den Start gebracht. Insgesamt sind nun mehr als 7.000 5G-Antennen an fast 2.500 Standorten im Vodafone-Netz freigeschaltet. Die superschnelle Mobilfunk-Technologie ist inzwischen für mehr als 20 Millionen Menschen verfügbar.
  • Telefónica Deutschland will bis 2025 ein bundesweites 5G-Netz etablieren. Bisher funken rund 150 5G-Stationen im O2-Netz, unter anderem in Berlin, Hamburg, München und Potsdam. Bis Ende des Jahres sollen mehr Städte und vor allem auch ländliche Regionen hinzukommen. Telefónica Deutschland / O2 versorgt nach eigenen Angaben inzwischen mit über 2.000 5G-Antennen mehr als 80 Städte über die 3,6-GHz-Frequenz. Bis zum Jahresende will der Netzbetreiber 5G für 30 Prozent der Bevölkerung bereitstellen. Bis Ende 2022 soll eine 5G-Abdeckung der Bevölkerung von 50 Prozent erreicht werden, bis Ende 2025 soll die gesamte Bevölkerung in Deutschland auf das 5G-Netz von O2 zugreifen können.

Ein Grund für die Komplexität des 5G-Netzes ist, dass es hoch flexibel sein muss, um unterschiedlichen Anwendungsbereichen und deren technischen Rahmenbedingungen gerecht zu werden. Faktoren, die dabei eine Rolle spielen, sind beispielsweise Kapazität, Datenübertragungsraten, Abdeckung, Zuverlässigkeit und Latenz. Von höheren Datenraten und einer hohen Kapazität des mobilen Netzes profitieren Nutzer zum Beispiel beim Schauen hochauflösender Videos oder Anwendungen im Bereich von Virtual oder Augmented Reality (VR, AR).

Wenn der Begriff 5G fällt ist auch immer wieder die Rede von Latenzzeit. Doch was genau versteht man eigentlich darunter? Der Begriff „Latenz“ oder Latency im Englischen ist der Zeitraum zwischen einem Ereignis und dem Eintreten einer sichtbaren Reaktion darauf. Er definiert die Zeitspanne, in der eine Nutzeraktivität über ein mobiles Endgerät eine Nachfolgereaktion auf einem anderen Gerät auslöst. Wenn autonomes Fahren irgendwann Realität werden soll, muss gewährleistet werden, dass die Übertragung von Daten und Reaktionen in Echtzeit erfolgen – denn Entscheidungen in Sachen Fahrsicherheit müssen innerhalb weniger Millisekunden getätigt werden. Echtzeit heißt hier ohne Verzögerung. „In einem LTE-Netz liegt die Latenz zwischen  15 bis 20 Millisekunden. So viel Zeit vergeht also zwischen dem Moment, in dem wir zum Beispiel im mobilen Browser auf einen Link klicken, bis der Klick ausgeführt wird. Bei 5G liegen die Latenzen unter fünf Millisekunden, bei 6G erhoffen sich die Forscher weniger als 100 Mikrosekunden. Das ist 50 Mal schneller als der Flügelschlag einer Biene. Im Straßenverkehr kann im Ernstfall eine Verzögerung von Millisekunden über Leben und Tod entscheiden.“

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat das schnellste 5G im Land?

Mit dem fortschreitendem Jahr 2021 schreitet auch der 5G Rollout in vielen Ländern voran. Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen Ookla seinen „Global 5G Benchmark Report für das erste und zweite Quartal 2021“ veröffentlicht. In dem Bericht wird die Verfügbarkeit und Leistung von kommerziell verfügbarem 5G in 30 Großstädten auf der Welt untersucht.

Die Downloadgeschwindigkeiten sind dabei laut dem Bericht durchaus befriedigend, da fast alle untersuchten Städte Downloadgeschwindigkeiten von über 100 Mbit/s im Median aufwiesen. Spitzenreiter im internationalen Vergleich sind dabei Seoul und Abu Dhabi mit einer Geschwindigkeit von 467,87 Mbit/s und 421,26 Mbit/s im Median. Ebenso erreichen beinahe alle untersuchten Städte eine Upload-Geschwindigkeiten zwischen 15 Mbit/s und 40 Mbit/s im Median. Auch bei der Uploadgeschwindigkeit sticht Seoul mit einem Wert von 49,92 Mbit/s hervor. Zusätzlich haben die Experten Daten über die 5G Verfügbarkeit, also ob die Nutzer durchgängig eine Verbindung zu einem 5G-Netz herstellen können oder nicht, erhoben. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die meisten untersuchten Städte weiterhin unter einer Verfügbarkeit von 50% lagen. Nur in New York (73,5%) und Amsterdam (51,2%) verbringen die Nutzer einen Großteil ihrer Zeit tatsächlich in einem 5G Netz. Gerade in europäischen Großstädten, wie Rom (6,9 %), Paris (7,2 %) und Berlin (7,8 %) sieht man noch Nachholbedarf bei der Verfügbarkeit.

Der Vergleich der Download-Geschwindigkeit mit der 5G-Verfügbarkeit in den 30 Städten. Seoul ist Spitzenreiter bei der Kombination aus 5G-Geschwindigkeit und 5G-Verfügbarkeit. Die deutschen Städte haben Nachholbedarf.

Alles in allem positioniert sich Seoul als Spitzenreiter bei der Kombination aus 5G-Geschwindigkeit und -Verfügbarkeit. Während in New York und Amsterdam zwar eine hohe Verfügbarkeit gegeben ist, erweisen sich die dortigen Geschwindigkeiten doch als langsamer, als in vielen anderen Großstädten. Besonders europäische Großstädte positionieren sich am Ende einer Skala aus Verfügbarkeit und Geschwindigkeit, während vor allem der nahe Osten mit vergleichsweise hohen Werten in der Verfügbarkeit und der Geschwindigkeit punkten kann. Zu dem vollständigen Bericht gelangen Sie hier.

Die nächsten Monate versprechen in puncto 5G so einiges an Dynamik und Spannung. Wir werden darüber aktuell berichten und Sie über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

2 Kommentare

  • Peter 09.09.2021

    Guter Beitrag – hab auch Teil 1 gelesen!

    • Raphael Doerr 09.09.2021

      Hallo Peter,

      vielen Dank, das freut uns sehr!

      VG, ^RD

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